Google Updates und Änderungen: Der falsche Weg?
Ich war ja eigentlich eine Woche im Urlaub, habe aber gespannt die Diskussionen über die neuesten Google-Änderungen verfolgt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass niemand genau weiß, was vorgefallen ist (nehmen wir Pinguin mal heraus aus der Diskussion).
Was ist passiert?
Es werden seit kurzem weniger unterschiedliche Ergebnisse (also von weniger unterschiedlichen Domains) in den Google Suchergebnissen angezeigt. Das berichten Sistrix und Searchmetrics gleichermaßen. Wer z.B: nach “Wikipedia” googlet, der findet bis zur 10. Seite ausschliesslich Ergebnisse von Wikipedia. Und weiter darüber hinaus übrigens auch noch.
Wichtig ist hierbei die alte Regel, dass früher eine Domain maximal 2 von 10 Suchergebnissen auf einer Seite darstellen durfte. Warum? Die Gründe sind einfach: Google will verschiedene Domains und damit unterschiedliche Meinungen zu einem Ergebnis. Was ist aber jetzt mit Usern, die sich kritisch mit dem Thema Wikipedia befassen wollen? Die bekommen keine Vielfalt mehr, sondern schlichtweg Selbstbeweihräucherung. Dass dabei der Wikipedia-Artikel “Suchmaschinenoptimierung” bereits auf der ersten Seite zu finden ist, klingt für mich wie blanker Hohn.
Auch für “Amazon” sind die Ergebnisse sehr stark auf den großen Online Shop eingeschränkt. Dahinter kommen teilweise Webseiten wie “Amazon Tattoo Oberhausen”, die absolut nicht optimiert sind. Ebenso werden Verticals von Amazon angezeigt, beispielsweise Lovefilm. Was mir auffällt, ist dass insbesondere redaktionelle Angebote stark verloren haben. Auch die Suche nach “Telekom” (sorry, Jens
) ist nicht optimal. Ich will doch auch etwas ÜBER die Telekom erfahren, was nicht VON der Telekom selbst erstellt wurde!

- Sollen wir das neue Update “Chimpanzee” nennen? Wäre ein treffender Name!
Liebes Search Quality Team, mit diesem Update habt Ihr meiner Meinung nach richtigen Mist gebaut. Bitte ändern! Falls das reine Absicht war (was ich nicht glaube), würde ich gerne die Gründe für die Änderungen erfahren – für mich macht das schlichtweg keinen Sinn.
Mehr Lokalisierung
Immer mehr Suchergebnisse bekommen seit kurzem in der organischen Suche lokalisierte Ergebnisse angezeigt, auch bei nicht-lokalen Keywords. Wenn ich in München nach “Notebooks” suche, bekomme ich andere Ergebnisse angezeigt als in Kiel oder Hannover. Warum ist das so? Wie reagieren die Toolanbieter? Gibt es bald eigene SEO-Daten für München, eigene Sichtbarkeitszahlen für Berlin oder Hamburg? Ich weiß es nicht…
Auch dieses Update macht für mich keinen Sinn. Natürlich gibt es lokale Suchen wie z.B: “Dönerbude”, in denen man Berlinern eben Berliner Dönerbuden anzeigen kann usw. Aber bei “deutschlandweiten” Begriffen?
Eure Meinung? Unbedingt lesen solltet Ihr auch den Blogpost von Frank zum Thema.
Foto: Eric Isselée / Shutterstock.com
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Kommentare (18)
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“Auch dieses Update macht für mich keinen Sinn. Natürlich gibt es lokale Suchen wie z.B: “Dönerbude”, in denen man Berlinern eben Berliner Dönerbuden anzeigen kann usw. Aber bei “deutschlandweiten” Begriffen? Eure Meinung?”
Hallo Julian, schöner Artikel! Mir hätte es besser gefallen (wie in meinem Blog geschrieben) wenn die Nutzer die lokalen Suchergebnisse nicht als default aufgezwungen bekommen hätten, sondern als Option. Stattdessen muss man jetzt genau umgekehrt vorgehen und ständig als Standort “Deutschland” eintragen. Nervig. Und mal ehrlich: Sogar weniger internetaffine Nutzer bekommen es hin bei ihrer Suche noch den Ortsnamen anzuhängen – z.B. “Dönerbude Hamburg”.
Auch ich ärgere mich sowohl als SEO als auch als User schwarz über dieses Update.
keine 100km.
Nicht nur sind bei vielen Querys die lokalen Ergebnisse, die dem User aufgezwungen werden, schlicht störend. Dazu kommt noch, dass bei Standorten “auf dem Lande” die lokalen Treffer mal so gar keinen Sionn mehr machen, weil Google Treffer im Umkreis von guten 100km immernoch als passend zu empfinden scheint. Und nein ich fahre für den Döner
Das jetzt in der tieferen Suche auf Seite 2 und 3 besonders der Google-Treffer oftmals insgesamt nur noch 4-5 Domains an sich gezeigt werden, erleichtert mir als User die Suche mit Tante G auch nicht zwingend. Wer klickt schon in der Ergebnisliste auf eine Domain, stellt fest dort ist nichts, klickt zurück zu Google um dann die nächste Seite exakt dieser Domain zu besuchen? Diesmal hoffe ich sehr auf eine rasche Nachbesserung dieses absolut unnötigen Updates.
Hey, guter Artikel, sehe ich genauso. Google nimmt sich immer mehr heraus bei der beliebigen (?) Gestaltung ihrer Ergebnisse und platziert die eigenen Dienste immer prominenter – nicht nur bei places.
Sehe ich ganz genauso – sowohl als SEO, als auch als User. Die letzten Änderungen machen keinen Sinn und senken die Ergebnisqualität. Im Übrigen empfinde ich auch die google Places Einträge, die nahezu komplett die ersten 10 Ergebnisse belegen als lästig, da viele Einträge unvollständig oder veraltet sind.
Kurz & knapp auf den Punkt gebracht
Ich empfinde die Zwangslokalisierung auch als völlig daneben, auch die Reduzierung der Domainvielfalt in den Top-100 ist eher gegen den User gerichtet, denn hilfreich beim Suchen/Finden.
Beide obigen Punkte in Kombination ergeben dann teils komplett sinnlose Effekte: einer meiner Kunden taucht bei der Suche nach seinem Mainkeyword (eins der teuersten in DE) nun bei der lokalisierten Einstellung “Berlin” auf den Positionen 2-4 auf (Pos1 hat Wikipedia), mit Einstellung DE “nur” auf 2&3.
Gut für mich & den Kunden – schlecht für den Suchenden aus Berlin
Hoffentlich merkt Google irgendwann, dass sie damit grundlegend Mist gebaut haben & die Suchqualität verschlechtern …
Was Google da ständig treibt ist weit von Fairness und Moral entfernt. Also brauchen wir uns nicht wundern. Was dahinter steckt wissen wahrscheinlich die Aktionäre von Google. Fair wäre doch das der der viel Zeit und Arbeit investiert auch in den Top Serps gelistet wird. Die Zeiten sind aber mittlerweile vorbei. Ein paar Fehler, dann heißt es 20 Seiten abwärts… Oder gar keine Fehler gemacht, aber von einem “innovativem” Update getroffen. Diese Updates sollen “wahrscheinlich” die Adwords Umsätze antreiben.
Soo, genug Frust abgebaut
Bei Diskussionen mit Leuten, die überhaupt nix mit INet zu tun hatten, kam die Meinung auf das “es” gut ist. Es fördert die regionale Wirtschaft. Muß gestehen um so länger ich darüber nachdenke um so unsicherer werde ich
Für das überregionale Marketing natürlich schlecht. Kann das alles erst mal nur beobachten, so einen richtigen Masterplan scheint es nicht zu geben.
Das zweifle ich an, Andreas. Die regionale Wirtschaft kann auch mit SEO und pfiffigem Kombi-Marketing gestärkt werden. Das Problem hierbei ist, dass der User nicht die Wahl hat.
Wenn ein Seokrat behauptet “Auch dieses Update macht für mich keinen Sinn” dann hat Google drei dicke Punkte eingefahren und befindet sich auf Finalkurs.
Ich weiß nicht, ob ‘Ihr da draussen’ gelegentlich das normale Userverhalten beobachtet. Da ist es absolut irrelevant, welche Ergebnisse die Suche liefert. Die User vertrauen dem quasi Monopolist, völlig wurscht, was die ausspucken.
Und was die SEO Gilde angeht, vielleicht wird es an der Zeit umzuschulen, oder neue Wege zu gehen.
Gebe ich als Searchterm “Wikipedia” ein, kommt an 5.Stelle die Darstellung von TYPO3 – de.wikipedia.org/wiki/TYPO3 und an 7. Stelle die PHP Seite.
Noch Fragen?
Ich halte das ganze auch für total daneben.
@ Eurakles: “Ich weiß nicht, ob ‘Ihr da draussen’ gelegentlich das normale Userverhalten beobachtet. Da ist es absolut irrelevant, welche Ergebnisse die Suche liefert. Die User vertrauen dem quasi Monopolist, völlig wurscht, was die ausspucken.” – das sehe ich absolut nicht so. Ich bin ja auch und schon länger User und es ist genau so wie im Artikel beschrieben: wenn ich Wikipedia suche, dann sicher nicht 10 Treffer von Wikipedia. Gerade bei dem Bsp. sieht man doch, wie daneben das ist. Wikipedia ist eine Marke und als solche muss ich die nicht mehr suchen. Wenn ich da was suche, dann doch eher über Wikipedia. Genauso zutreffend ist auch der Einwand, dass wenn ich beim ersten Treffer gemerkt habe, dass es NICHT dass ist, was ich suche, habe ich noch 9 Varianten genau dieser Domain…wie sinnfrei? Und das sehe ich als User so! Das User-Verhalten was du beschreibst, trifft vielleicht auf meine Mutter zu, die wird damit aber auch nicht glücklich sondern ruft mich an und beschwert sich, dass sie nicht das passende findet…
@Eurakles:
“Gebe ich als Searchterm “Wikipedia” ein, kommt an 5.Stelle die Darstellung von TYPO3 – de.wikipedia.org/wiki/TYPO3 und an 7. Stelle die PHP Seite.”
Wie viel Prozent der Leute, die nach “Wikipedia” suchen, wollen Deiner Meinung nach ein Ergebnis zu Typo3? Meiner Meinung nach: 0,01 %
@Eurakles:
“Gebe #ICH# als Searchterm “Wikipedia” ein, kommt an 5.Stelle die Darstellung von TYPO3 – de.wikipedia.org/wiki/TYPO3 und an 7. Stelle die PHP Seite.”
Das scheinen deine persönlichen SERPS zu sein – womit wir direkt beim Problem wären…
Mit einem “Blanko”-Browser oder einer deutschlandweiten Abfrage ist in den Top10 weder etwas von Typo3 noch von PHP zu sehen….
” Hey, guter Artikel, sehe ich genauso. Google nimmt sich immer mehr heraus bei der beliebigen (?) Gestaltung ihrer Ergebnisse und platziert die eigenen Dienste immer prominenter – nicht nur bei places. ” – Alex
Hey I agree
Das Ganze ist voll vertrottelt. Dein Post ist ja nun auch schon 4 Wochen her – aber es tut sich nichts. Hab grad nach einem Produkt gesucht, bei Einstellung 100 Treffer anzeigen und 46 mal Idealo vorne gehabt.+ noch ein paar mal idealo at – ganz klasse.
Ich vertrete ich die Mehrheit. Für mich machen die Suchergebnisse nicht nur keinen Sinn, sondern teilweise bin ich mir bis heute nicht sicher, was Google damit erreichen wollte. Beispiel, wie Amazon oder Idealo wurden ja schon genannt. Ich hoffe, dass sich in Zukunft noch einiges ändert.