Google Ranking Faktoren 2012 für Deutschland und wieder mal mein Senf

10. Februar 2012  |     |  46 Kommentare
Ein Beitrag von Julian

Searchmetrics hat gleich zu Anfang des Jahres wohl einen der besten Blogposts überhaupt gebracht: Die Google Ranking Faktoren 2012 für Deutschland. Schade finde ich, dass viele User die falschen Rückschlüsse ziehen, obwohl Marcus doppelt und dreifach darauf hinweist, dass Korrelation nicht gleich einen Kausalzusammenhang bringt.

Ein absolutes Muss: Rankingfaktoren von Searchmetrics

Adsense

Seiten mit (vielen) Adsense Blöcken haben demnach in der Regel ein schlechteres Ranking als Seiten ohne Adsense. Jetzt könnte mancher auf die Idee kommen, dass man Adsense ausbauen muss und dann ein besseres Ranking erhält. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Sagen wir es so: Wenn eine Seite wirklich völlig überladen ist, dann könnte man Probleme bekommen. Insbesondere in den USA ist ein 728x90er Banner im Above-the-Fold Bereich etwas, was man heute nicht mehr tun sollte.

Man muss sich einfache einmal ansehen, welche Webseiten normalerweise sehr viel Adsense einbinden: Content Seiten ohne genaues Monetarisierungsziel und schlichtweg (sage ich mal) “nicht so tolle Domains”.

Auf der anderen Seite: Wer hat kein Adsense? Online Shops, Firmenseiten (BMW, Mercedes), Wikipedia (sehr oft auf Platz 1!), größere Affiliate-Seiten (die machen Geld über Affiliate) und große Nachrichtenportale, die oft Adsense nur zur Restplatzvermarktung heranziehen.

Bedeutet: Wenn ich auf meiner nicht-to-tollen Domain Adsense ausbaue, dann wird das Projekt dadurch ja vom Inhalt her nicht besser! Adsense verursacht also kein schlechtes Ranking, sondern schlechte Inhalte verursachen schlechte Rankings!

Facebook Shares und Likes

Genauso hält es sich mit Facebook Shares: Wenn ich eine gute Webseite habe, dann habe ich auch gute Rankings. Im Gegenzug bedeutet das aber auch, dass ich eventuell eher “freiwillige” Shares bekomme als andere. Das bedeutet aber nicht, dass Facebook Shares das Ranking beeinflussen. Sie sind mit Sicherheit bereits ein Signal für eine gute Webseite, aber eben nur EIN Signal und kein besonders wichtiges.

Sonstige Daten

Die anderen Daten sind sehr interessant, bestätigen aber die allgemeine Vorgehensweise von aktuellem SEO: Nicht auf Follow/Nofollow achten, viele Links holen ( :-) ) , Keine übermäßige Keyword-Verlinkung und möglichst viele Bilder nutzen (das war mir so noch nicht klar). Dass der Title als direktes Rankingsignal immer mehr an Bedeutung verliert, konnte man im letzten Jahr beobachten. Ich frage mich, ob er überhaupt noch in den Algorithmus miteinbezogen wird. Allerdings ist der Title für die Klickrate sehr wichtig. Bei großen Marken allerdings wird auch auf die URL geschaut und so relativiert sich das Ganze.

Problem der nicht-messbaren Faktoren

Zu SEO gehören heute auch Dinge wie “Contentqualität erhöhen”, “User Experience verbessern” und “Absprungrate verringern”. Diese recht neuen Faktoren kann man nur schwer messen, externe Messungen sind so gut wie unmöglich.  Das beginnt schon beim Namen der Domain: Die Klickrate bei Staubsauger.de ist einfach höher als bei Guenstige-Staubsauger-24.biz. Solche Faktoren wären einmal sehr interessant, aber User-Behavioural-Data haben nur die Suchmaschinen selbst und werden sie kaum herausrücken.

Fazit

Gerade im Whitepaper stehen viele Erklärungen, die im kurzen Blogpost so nicht kommen konnten. Daher rate ich jeden, den Tweet oder Share zu zahlen. Die Interpretation der Daten ist jedem selbst überlassen – Wer denkt, dass er Facebook Shares (oder sogar Google+) sammeln muss anstatt Backlinks, der kann das ruhig tun. Jedem das Seine. :-) Trotzdem möchte ich noch einmal Marcus für die Bereitstellung der Daten danken und hoffe, dass Searchmetrics vielleicht bald wieder so eine Statistik veröffentlicht. Der Searchmetrics Blog gehört momentan zu meinen absoluten Blog-Favoriten und jeder sollte ihn spätestens jetzt in den Feedreader packen.

Eure Meinung?

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Über den Autor

Julian Dziki ist SEO, Online Marketer und Affiliate seit 2007. Suchmaschinenoptimierung München

46 Kommentare

  • Christian

    true story….

  • Die Wichtigkeit des Seitentitels sehe ich nach wie vor gegeben. Neben dem Hauptkeyword kann man über den Seitentitel Longtail-Keywords ganz einfach mitnehmen. Wenn alle in den Top-10 so arbeiten, sieht es sicherlich anders aus.

  • ..aber man sieht doch deutlich, dass Shares, Likes usw. die “neuen” Links sind und immer wichtiger werden.

  • Julian

    Hallo Alexander,

    Wo genau siehst Du das? Man sieht nur, dass gute Rankings und Facebook Shares miteinander korrelieren. Aber sind die Facebook Shares der Grund für gute Rankings? Das sieht man eben nicht.

  • @Alexander: Meiner Meinung nach handelt es sich wie schon bei der Untersuchung von Seomoz bei den Facebook-Signalen um eine Scheinkorrelation.

    Man kann z.B. statistisch nachweisen, dass Männer mit Glatze mehr Geld verdienen. Die beiden Variablen “Glatze” und “Geld” korrelieren miteinander. Es bringt allerdings nichts sich eine Glatze schneiden zu lassen, um mehr Geld zu verdienen. Vielmehr haben eher ältere Männer eine Glatze und ältere Männer verdienen im Schnitt auch mehr Geld. Zwischen Glatze und Geld gibt es keinen Kausalzusammenhang. Tatsächlich gibt es aber einen kausalen Zusammenhang zu der intervenierenden Variable “Alter”.

    So sehe ich das auch bei den Facebook-Signalen und guten Google-Rankings. Die dritte und intervenierenden Variable ist “interessanter/guter Content”. Guter Content hilft bei den Google Rankings und führt zu mehr Facebook-Signalen.

  • Interessanter “Senf” welchen der Julian mal wieder rauslässt :) Vorallem im Hinblick auf die nicht-messbaren Faktoren sehe ich das genauso wie du.
    P.S. Das mit der Facebook/Twitter Ranking-Korrelation ist ein “alter Hut”, wurde von Seomoz auch schon letztes Jahr in ihren Rankingfaktor Prognosen für 2011 genannt, habe diesen Sachverhalt auch damals in meiner Bachelorarbeit geschrieben, siehe hier (vgl. auch die Fußnote 3)

  • Valentin

    Hallo Julian,

    ich hab den Link schon mal bei seo-united platziert gehabt: http://www.freepatentsonline.com/y2012/0023098.html Da steht echt viel drinnen zum Thema Link-Profilerkennung – aus erster Hand.

    Grüße
    Valentin

  • Pelle

    Die Herleitung von Rankingfaktoren aus solcherlei Untersuchungen halte ich fuer unserioes. Klar, dass die Leute dann denken, dass Likes die neuen Links sind. Aber dass der Zusammenhang vielleicht eher umgekehrt ist (starke Seiten mit bereits viel Traffic bekommen mehr Likes), wird nicht erwaehnt. Da bin ich ganz bei Julian und Hanns (wie sich das gehoert!).

    Schoene Grafik, aber womit da geworben wird, hat schon eher Bild-Niveau. Ob dann im Kleingedruckten etwas anderes steht, sei dahingestellt…

  • Sehr guter Post, aber ein noch besseres Kommentar von Hanns! Die Veranschaulichung ist großartig :)

  • @Hanns gefällt mir! :-0

  • Schöner Artikel, Julian. Ich denke auch, dass viele Leute Statistiken zu starr sehen, nicht in Kombination mit eigenen Projekten interpretieren und oft vorschnell mit wilden Änderungen an irgendwelchen Onpage-Geschichten beginnen. Im Endeffekt ist es wie mit so vielen Dingen: “Es kommt darauf an…”

    @Hanns –> ohne Worte! Toller Vergleich! :-)

  • Das erinnert mich an eine Fritzchen-Geschichte.

    In der Schule sollen die Kinder Beispiele dafür nennen, daß sich Sachen bei Kälte zusammenziehen und bei Erwärmung ausdehnen.
    Klein Fritzchen meldet sich und sagt: “Die Tage. Im Winter, wenn es kalt ist, sind die Tage kürzer und im warmen Sommer länger.”

  • Hallo Hanns,

    demnach sind Backlinks auch kein Rankingfaktor, da ja als intervenierende Variable ebenfalls “interessanter/guter Content” dafür verantwortlich ist?

    Bei sozialen Signalen (übrigens auch bei Backlinks) darf man die zeitliche Komponente nicht außer Acht lassen! Wann wurde wie oft welcher Inhalt vom wem geshared? Regelmäßig von Experten immer wieder geteilte Inhalte scheinen von hoher Qualität zu sein. In diesem Fall sind soziale Signale womöglich tatsächlich sogar ein direkter Rankingfaktor…

    Grüße

    Gretus

  • @ Hanns, finde ich eine sehr gelungene Interpretation der Ergebnisse. Den Titel würde ich – wie Simon – in seiner Bedeutung noch nicht abschreiben. Auch wenn eine direkte Kausalität sicher nicht durch Daten valide gedeckt sein kann. Dennoch ist von einer indirekten Korrelation zwischen den wesentlichen Faktoren “Content”, “Titel”, “Description” und “Keys” auszugehen. Wer hat sich die Beispiele der Untersuchung mal genau angesehen?

  • @ Gretus: Wenn Google Backlinks direkt auswertet, besteht selbstverständlich ein kausaler Zusammenhang zwischen Links und Rankings. Das schließt ja nicht aus, dass es darüber hinaus auch einen Zuammenhang zwischen (freiwilligen) Links und gutem Content gibt.

  • Hallo Hanns,

    das Gleiche trifft auch soziale Signale zu. Du machst hier gerade einen Unterschied zwischen einem natürlichen Backlink und einem natürlichen Share? Ich sehe da keinen! Seiten auf vorderen Plätzen sind meistens häufig verlinkt und meistens oft geliked. Kommt alles auf´s Selbe raus…

    Soll man soziale Signale als womöglichen Rankingfaktor zukünftig jetzt ausklammern oder was? #lol

    Grüße

    Gretus

  • @Hanns
    Woher weißt du, dass FB Shares nicht einfließen? Denn dann stimmt es, was Gretus sagt.

    Ich hoffe nicht, dass hier der Wettbewerb einen Hintergrund hat.

  • Stefan

    Was mich mal interessieren würde ist, ob Google nur Seiten “abstraft” die im Above-the-Fold Bereich Google Adsense einblenden oder auch solche Seiten, die dort andere Displaywerbung (Vermarkterbanner, Affiliatebanner etc) integrieren.

    Es wäre Google doch eigentlich ein Schuss ins eigene Knie, wenn sie lediglich ihre eigene Werbeform bestrafen würden.

  • Früher gab es nur wenig unterschiedliche Speisen. Das Essen wurde durch einige Zutaten und Bestandteile bestimmt. Im Laufe der Zeit wurden die Rezepte ausgefeilter und neue Zutaten kamen hinzu. Heutzutage gibt es hunderte von Zutaten – ganz nach Geschmack. Einige Grundzutaten sind bei uns in Europa immer dabei – aber je nach Mode tragen die Rezepte dann alle paar Jahre besondere Noten. 2011 war Rosmarin übrigens das Gewürz des Jahres. Jedes Gericht besteht aus Zutaten, für unterschiedliche Gerichte werden heutzutage unterschiedliche Zutaten verwendet.
    Rosmarin kann manchen Gerichten eine besondere Ergänzung geben – und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass Köche es ausprobieren und vielleicht mehr und weniger häufig einsetzen werden. Von Rosmarin wird man nicht satt und nur weil Dein Essen nicht nach Rosmarin schmeckt, ist es noch lange keine Zutat.

    Essen = SERP
    Zutaten = Rankingkriterien
    Köche = Sumas
    Rezepte = Algos
    Rosmarin = weiß ich gerade nicht

    Gammelfleisch = Spam SEOs
    Glutamat = Linkaufbau

    Schönes Wochenende!

  • @ Gretus, die Differenzierung zwischen natürlichem Backling und natürlichem Share, wie Hanns Sie intendiert, halte ich für dennoch sinnvoll. Die Seiten, welche häufig verlinkt sind, können nicht nur jene sein, welche häufig “geliked” werden. Es können auch jene sein, welche häufiger “gedisliked” werden. Über diese Quote sind leider keine verlässlichen Angaben zu finden. Was, die Betätigung dieser These vorausgesetzt, das Ganze wieder relativieren würde.
    Social Signals sind weiterhin ein Rankingfaktor. Jedoch unter Umständen auch in die andere Richtung!?
    Probleme mit Multiplen Domains im Rahmen eines Relaunch

  • Als ich den Artikel das erste Mal überflog, war ich schon sehr erstaunt. Bis ich mir den Bezug in Sachen “Korrelation” bewusst machte. Insofern ist der Artikel durchaus missverständlich und kann vom typischen Abakus-Forentroll leicht völlig anders interpretiert werden: “title? brauchst du nicht mehr”. Insofern ist der Artikel von Julian samt dem Kommentar von Hanns für viele Leser ein Muss. Und ich würde den Artikel von Marcus kaum als Blogpost bezeichnen, sonst wären dort hilfreiche Kommentare möglich ;-)

  • Hallo,

    ich glaube, selbst dem letzten Abakus-Forentroll war der Bezug in Sachen `Korrelation´ damit früher klar als Dir ;-)

    Naja, ich persönlich habe keinen Mehrwert, hier für den einen oder anderen Partei zu ergreifen. Deswegen lasse ich es auch ab jetzt…

    Grüße

    Gretus

  • @Hanns Kronenberg
    Dein Vergleich mit der Glatze ist lustig und hat mich ungefähr 12 Sekunden amüsiert. Aber mit deinem Post gehörst du zur gleichen Kategorie Leute die vor Jahren noch gesagt haben Themenrelevanz bei Backlinks sind unwichtig. Und nun? Jetzt behauptet das keiner mehr.

    Man muss einfach weiter denken und in Betracht ziehen was nur logisch ist für Suchmaschinenrankings. Und dazu gehören User Signale. Egal ob Bounce Rate, Time on Site, CTR in den Serps, auch soziale Signale gehören dazu. Das kannst du schlecht leugnen und falls doch, dann oute dich dass soziale Signale keinen Einfluss haben. Dann wird deine Aussage hier schriftlich festgehalten und du an deiner Aussage gemessen.

    In dem Whitepaper erkläre ich ausführlich wie man die Analyse interpretieren soll. Spearmann und Kendall-Tag arbeiten mit Rangkorrelationskoeffizienten, d.h. es werden quantitative Werte in Relation zu Rankings gesetzt. Das heißt nicht automatisch dass Social der stärkste Rankingfaktor ist, sondern nur die höchste Korrelation hat.

    Wer denkt das der kausale Effekt ausschließlich der sein kann, dass gute Rankings zu vielen Likes führt, der irrt sich gewaltig. Social Networks sind wesentlich agiler als Suchmaschinen die viele Faktoren fürs Rankings brauchen und langsamer sind. Gerade aktueller Content, z.B. News oder neue Produkte werden viel schneller von Usern innerhalb von Social Networks geshared als das sie in Suchmaschinen erscheinen. Demzufolge bedingen sich beide. Und wie gesagt es ist einfach logisch dass Suchmaschinen Social Signals, insbesondere von “einflussreichen” Personen ins Ranking einbeziehen.

    Und häufig sind es getweete oder geteilte Artikel die die Aufmerksamkeit von Bloggern oder Journalisten nach sich ziehen, die dann wiederum Inhalte generieren mit “echten” Links.

    Und da von Google und natürlich auch von Matt Cutts persönlich mehrmals bestätigt wurde dass Social Signals ins Ranking einbezogen werden, ist die Diskussion ob oder ob nicht eigentlich hinfällig.

    @Gretus
    Absolut richtig.

    Euer Marcus

  • @Marcus, ich fände es trotzdem interessant ob die Socials nun ein Signal sind oder eben ein Transportmittel, das wieder rum Links bedingt. Irgendwie gehen sowohl Seomoz als auch Ihr eben nur auf die Korrelationen ein. Wissenschaftlich gesehen zwar ein korrektes Mittel, aber wie sagte schon mein VWL Prof: Wenn ein Model der VWL mal in der Praxis anwendbar sein sollte, gebe ich meinen Job auf, das ist nicht die Absicht. :-D
    Ausserdem war hier eh Pelle der einzige mit Glatze.

  • Ach ja und wer hat gesagt Themenrelevanz ist wichtig? :-D

  • Ach @Marcus, leg mir doch bitte keine Worte in den Mund, die ich nicht geagt habe. Es geht lediglich darum bei der Interpretation der beobachteten Korrelationen den logischen Fehler in Betracht zu ziehen.

  • Wie im richtigen Leben: die Bedeutung der Korrelation ist schwer verständlich. Mit Halbwissen zu diesem Thema werden schnell Äpfel und Birnen verglichen. Die Informationen sind bei richtiger Interpretation natürlich Gold wert.

  • @Hanns
    Ähm, Scheinkorrelation = kein kausaler Zusammenhang. Das halte ich für unwahrscheinlich und daher habe ich dich um deine Meinung gebeten ob soziale Signale ein Rankingfaktor sind oder nicht. Du musst auch nicht begründen ob es ein wichtiger Faktor ist oder nicht, es reicht eine klar zuzuordnende Antwort. Hauptsache du fängst nicht wieder an über Männer mit Glatzen zu schreiben.

  • @Marcus
    Ich fand Deine 1. Antwort eher unsachlich. Du hast versuchst mich in eine negativ konnotierte Kategorie von Leuten zu stecken, mir Sachen in den Mund gelegt, an denen Du mich dann auch noch messen möchtest, und viele Faktoren wie Bounce-Rate, Time on Site oder CRT in den SERPs, die gar nicht Gegenstand der Untersuchung waren, in einen Topf geschmissen. Ehrlich gesagt hatte ich daher keine Lust auf die einzelnen Punkte einzugehen und es bei einem kurzen Kommentar belassen. Nun gut, Du läßt nicht locker.

    Um beim Thema zu bleiben und Deine Frage in Deinem 2. Kommentar zu beantworten: ich schließe nicht aus, dass Google auch Facebook-Signale direkt als Rankingfaktor oder Signal wertet und es somit einen nachweisbaren Kausalzusammenhang zwischen Facebook-Signalen und Rankings gibt. Ich halte den Effekt aber bei weitem nicht für so groß, dass er die von SEOmoz und Euch beobachteten Werte der Korrelation zwischen den Merkmalen erklärt. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei größtenteils (wie schon erläutert) um eine Scheinkorrelation. Es ist ja nicht alles immer nur schwarz oder weiß.

    Das Fazit Eurer Studie (Whitepaper Seite 28–29) zweifel ich in vielen Punkten an und halte es für eine Fehlinterpretation der Daten. Alle von Euch vorher genannten Warnhinweise bezüglich Korrelation und Kausalität wischt Ihr weg, wenn Ihr am Ende in der Zusammenfassung schreibt “Hier noch einmal die Übersicht der Ranking Faktoren Deutschland 2012 – in absteigender Reihenfolge ihrer Wichtigkeit:”.

    Wohlgemerkt, Ihr schreibt als Fazit nicht „in absteigender Reihenfolge der beobachteten Korrelation“ sondern „in absteigender Reihenfolge ihrer Wichtigkeit“. Das kann/muss man falsch verstehen oder vielleicht meint Ihr es ja auch so. An dieser Aussage müsst Ihr Euch dann messen lassen.

    Die Liniendiagramme finde ich hingegen sehr spannend. Darauf kann man aufbauen. Ich will wirklich nicht die ganze Studie schlecht machen. Meiner Meinung nach wird nur zu viel in die beobachteten Korrelationen hineininterpretiert und bei machen Variablen gibt es vielleicht geeignetere Analysemethoden.

    Das ist aber nur meine bescheidene und persönliche Meinung nach einem BWL-Studium mit den Schwerpunktfächern Statistik und Marketing sowie meinen bisherigen SEO-Erfahrungen. Man darf gerne anderer Meinung sein und bei einer sachlichen Diskussion können wir sicherlich alle etwas lernen. Ich habe keine Ahnung, warum manche Leute bei dem Thema so emotional und ausfallend werden.

    Meine Meinung hat übrigens auch nichts damit zu tun, dass ich für einen anderen SEO-Tool-Anbieter arbeite. Schon als Rand Fishkin vor fast 1 Jahr auf der SMX München seine Studie vorgestellt hat und ich noch nicht für Sistrix gearbeitet habe, war mein erste Äußerung zu der starken Korrelation von Facebook-Signalen und Rankings, dass es sich wahrscheinlich (größtenteils) um eine Scheinkorrelation handelt. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert.

  • Ich finde die Studie auch super und der facebook Share hat sich auf jeden Fall gelohnt. Allerdings hat es mich wieder in meiner Ansicht bestärkt, dass SEO doch vor allem Fleißarbeit ist und mehr Links = besser bedeutet. Die Social Signals kommen eben automatisch bei guten Seiten, und gute Seiten bekommen auch mehr tweets und Shares. Das ist eben das Problem.

  • Helge

    Hin und wieder tritt auch folgendes ein; http://goo.gl/cJ7U

    Fazite sollte man manchmal überlesen und sich eher selbst ein Bild machen.

  • Ich finde das Bild klasse, weiss jemand wo man das Bild ” Rankingfaktoren von Searchmetrics” in einer grösseren Version bekommt ?

  • @so-lo.de Hier findest Du das Bild in großer Auflösung. Du musst lediglich mit einem Tweet oder einem Facebook Share bezahlen: http://www.searchmetrics.com/de/service/media/download-white-papers/infografik-seo-ranking-faktoren-deutschland-2012/

  • Danke, Julian! Wie immer sehr interessant und informativ!

  • Das wichtigste steht bei gut gestrickten Seiten immer oben: schlechte Inhalte verursachen schlechte Rankings. Danke!

  • King of SEO

    Ist hier ein Sistrix oder Searchmetrics Battle?????????

    Meine Meinung ist, dass sowohl Sistrix als auch Searchmetrics beide immer spannende Berichte bereit stellen und vielleicht sollte man sich mal überlegen das zusammen zu machen?

    Was wäre spannender zu lesen als “Rankingfaktoren 2013 von Sistrix & Searchmetrics”!

    Das wär der Knaller in der deutschen SEO Welt.

    Was haltet ihr davon?

  • Vielen Dank für den Artikel. Ich habe den Blog von Searchmetrics gelesen und finde die Ergänzung hier sehr gut. Gerade die Soft Facts als nicht messbare Faktoren verschwinden bei vielen Kunden und Kampagnen oft in der “müssen wir auch mal irgendwann machen” Kiste.

    Searchmetrics stellt die Social Media Dinge meiner Meinung nach etwas zu dominant in den Vordergrund (möglicher Weise auch um die neuen Protokollfunktionen in der eigenen Software besser verkaufen zu könmnen) :-)

    Der Rest war ja jetzt keine wirkliche Neuerung,. Backlinks, Content… Suprise suprise :-)

  • Das alte Gleichnis, dass man nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen kann, wird nicht nur ständig bemüht sondern ist in seiner Grundaussage auch grundlegend falsch. Wo steht das, dass beide Früchte nicht mit einander verglichen werden können? Womit wir schon eine Gemeinsamkeit benannt hätten. Wikipedia schreibt unter dem Stichwort Vergleich, dass er “eine grundlegende, auf Wahrnehmung basierende Methode, die zur Erkenntnis von Gemeinsamkeiten/Gleichheit oder Unterschieden zwischen Objekten der Realität führen soll.” bezeichnet.
    Aber auch die Aussage, dass eine Interpretation “falsch” oder “richtig” sein kann, beinhaltet einen wesentlichen Denkfehler. Eine Analyse kann methodisch fehlerhaft sein – soweit logisch. Aber eine Interpretation der Analysdaten kann lediglich – an den Daten gemessen – “möglich” oder “nicht möglich” sein. Mit diesem Denkansatz ist ein SEO auch eher bereit dem Kunden eine Exitstrategie zu unterbreiten, wenn die SEO-Ziele nicht oder mit schlechten Folgen zu erreichen sind.

  • Wie geil das Kommentar von Hanns :) Very nice! Das bringe ich bei meinem nächsten SEO-Vortrag absolut mit ein. Thanks!

  • Jan

    Hallo, zwar schon älter der Artikel, aber ich denke es hilft mir trotzdem. Ich bin leider noch neu in der SEO-Welt, in sofern sauge ich Informationen diesbezüglich zur Zeit auf. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, daß z. B. likes von FB oder auch google+ relevant sind.

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