Google Penalty Teil 3: Pagerank Penalties
Wenn man Pagerank verliert, dann gibt es in der Regel dafür zwei Gründe: Entweder, die verweisenden Links sind weggefallen oder haben PR verloren oder man selbst wurde manuell heruntergestuft.

Ist der Pagerank wichtig?
Ja, er ist definitiv eine aussagekräftige Zahl. Weder haben die Recht, die dem Pagerank totale Wichtigkeit zusprechen, noch diejenigen, die sagen dass der Pagerank völlig egal ist. Eines steht fest: Der Pagerank ist EIN Merkmal für die Qualität einer Webseite in den Augen von Google. Das heisst nicht, dass man aus einem PR6 schliessen kann, dass die Seite gut rankt. Dafür reicht nämlich rechnerisch ein einziger PR7 Link. Nur, wer wirklich versteht, wie der Pagerank zustandekommt, der kann auch Aussagen über die Webseite machen.
Verweisende Links
Man kann das Wort Pagerank nicht ohne die verweisenden Links in einem Atemzug nennen. Beispiel: Meine Seite XYZ.de hatte bisher immer einen Pagerank von 6, aber seit dem letzten PR-Update plötzlich nur noch Pagerank 5. Nun muss man sich ansehen, wie der PR6 überhaupt zustande kam: Meistens ist das nur ein einziger Link, manchmal auch mehrere Links in der Größenordnung von PR6 und 7. Entweder sind einige oder alle dieser Links jetzt komplett entfernt worden, was eben zur Folge hat, dass man selbst auch weniger PR hat. Oder die verlinkenden Seiten haben ihrerseits Links verloren oder wurden manuell abgestraft. Oft ist das eine Kettenreaktion: Eine Seite mit PR9 verkauft Links und hat plötzlich nur noch PR5. Daraufhin verliert auch die PR7-Seite, die von dort einen Link hatte. Diese PR-7 Seite hat bisher für die eigene Seite einen PR6 generiert – der ist natürlich auch weg.
Oft passiert es auch, dass intern der Pagerank nun anders vererbt wird. War bei Blogs etwa der Artikel zuvor auf der Startseite und ist nun etliche Positionen nach hinten gewandert, so verliert die betroffene Unterseite automatisch auch Pagerank.
Wer Links mit PR6,7 oder 8 kauft, der kann in der Regel davon ausgehen, dass der Pagerank in der nächsten oder übernächsten Runde weg ist. Normalerweise behalten nur natürlich stark aufgebaute Links ihren PR, zumindest in dieser Größenordnung.
Eigener PR weg?
Interessant wird es, wenn die verweisenden Webseiten nach wie vor einen hohen Pagerank haben, aber die eigene Webseite um einige Punkte nach unten gestuft wurde. In den allermeisten Fällen hat man dann Links verkauft oder getauscht. Hier sind es eben die üblichen verdächtigen Links, die von der Startseite einer Katzenseite auf eine Kreditseite mit dem Anchortext “Kreditvergleich” oder sonstiges verlinken. Diese Links werden von Google entwertet – und damit man das auch mitbekommt, sind sie so nett und teilen es durch einen unüblich kleinen Pagerank mit. Die Links entfernen, den Fehler zugeben und einen Reinclusion-Request stellen beheben das Problem in der Regel sofort.
Tut man dies nicht, so werden die Links von der eigenen Seite keinen Trust mehr vererben. Ein kundiger SEO wird in der Regel auch keinen Link von dort wollen (den meisten ist das aber völlig egal, weil sie Deppen sind).
Schaden solche Links?
In der Regel schaden solche Links nicht. Es gibt aber eine andere Art von Links, die durchaus schaden und erst in letzter Zeit hinzugekommen sind: Meist handelt es sich dabei auch um PR5,6,7 oder 8 Links, die man bei einschlägigen Börsen (oder unter der Hand) kaufen kann. Interessant dabei ist, dass diese Links zwar auf den ersten Blick Linkverkäufer sind (ein kurzes Nachsehen in der Seitenleiste oder im Footer reicht meist aus), aber der Pagerank nicht herabgestuft wurde.
Wenn man Glück hat, dann werden diese Links einfach nicht mehr gewertet. Hat man Pech, dann sind diese Links “Golden Bullets”. Das merkt man sehr schnell, wenn das Ranking der eigenen Seite plötzlich rapide bergab geht. Ein einziger Link von einer solchen Golden Bullet reicht, um eine (auch sehr starke!) Domain zu diskreditieren. Zu 100% kann man damit eine neue Domain abschiessen und auch alte, etablierte Seiten werden hier einen gewaltigen Sturz nach unten verzeichnen können.
Mir sind einige dieser Golden Bullets bekannt und man findet sie auch recht einfach, wenn man mal eine gesehen hat. Wie man sie letztlich findet, das sollte hier aber ein Geheimnis bleiben. Fest steht, dass sie von Google per Hand wie “Fallen” gelegt werden. Das ist eine richtig kluge Sache! Wer nur wenige Links kauft, der hat in der Regel nach kurzer Zeit einfach einen Haufen wertloser Links und einen Eintrag in Googles Führungszeugnis. Die Deppen, die aber wie wild überall wo es nur geht Links kaufen, die erwischen mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit irgendwann eine Golden Bullet. Nur: Welche von den 1.000 gekauften Links ist die Golden Bullet? Den Linkkäufern bleibt nur die Wahl, alle gekauften Links zu lassen oder alle zu entfernen – beides ist eine Sackgasse.
Kleine Pause
Nächste Woche ist die A4U Expo, auf die ich mich schon sehr freue! Wer kurzfristig noch dorthin möchte, spart mit dem Code “SEOK” 10 % auf den Eintrittspreis. Auch sonst habe ich momentan mehr als genug zu tun. Ein wenig will ich noch auf meine Blogserie eingehen, weil mir einige geschrieben haben, ich solle doch die Klappe halten und solche Infos nicht so herausposaunen: Dafür ist meiner Meinung nach ein SEO-Blog da. Es gibt noch mehr als genug Infos, die ich nicht herausposaune.
Sieht man sich die SEO-Blogs in Deutschland an, so wurden fast alle aufgegeben und gerade die Alt-Etablierten schreiben gar nichts mehr. Die meisten Blogposts sind 4 Wochen oder älter und handeln meist von irgendwelchen Konferenzen. Ausnahmen sind etwa der Seonaut und SEO-United, die immer noch mit Herzblut bei der Sache sind, genauso wie das gesamte Radio4SEO-Team. Auch Marcus ist von seinem “This is no SEO-Blog” weggekommen und seit SEOFM.com nicht mehr sendet, bringt er unglaubliche SEO-Blogposts raus, wie diesen Knüller hier. Ansonsten ist der Trend klar: Es geht meist nur noch um “Business” und nicht mehr um SEO. Ich habe wirklich keine Lust mehr, dass 1000ste Recap einer Konferenz zu lesen oder dass Michael Müller aus Beispielhausen jetzt auch ein neues SEO-Tool hat. SEO sollte immer noch das Kerngebiet eines SEO sein und nicht das ganze Brimborium, auf das sich die meisten mittlerweile stützen. Bei manchen scheint SEO aber wohl nicht mehr zu funktionieren, weshalb man sich dann eben auf Merchandising verschiedenster Art konzentriert. Damit will ich nicht sagen, dass jeder, der ein Tool hat kein SEO mehr ist, aber die allgemeine Tendenz finde ich schon fragwürdig. In zwei Jahren gibt es dann die mächtigsten Tools, aber keiner kann sie mehr bedienen? Ein ordentlicher SEO sollte aus dem Stand einen 20 Minuten Vortrag über den Title halten können und sowohl Onpage wie auch Offpage fit sein. Facebook und Xing haben mit SEO allerdings nichts zu tun, ebensowenig wie Social Media.
Auch Twitter ist so ein Unding. Es gibt keine Trackbacks mehr und auch keine Blogposts, weil jeder nur noch retweetet und followed. Twitter ist als Informationsquelle ganz in Ordnung. Wer sich aber mehr um seine Follower als um seine Backlinks kümmert, der setzt auf das falsche Pferd. Für alle, die aktuelle Infos suchen, kann ich nur auf die USA verweisen: Dort gibt es noch eine SEO-Blogosphäre und längst kein derartiges Krawattenträger-Vertriebler-Ellbogenmentalitäts-Feeling, wie es momentan in Deutschland herrscht.
In diesem Sinne: Back to the roots!
Bild: Schinken (wirkt sich nicht auf das Ranking aus)
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Schinken! lecker!
Super Beitrag, erinnert mich auch an etwas.. ich sollte mal wieder mehr bloggen!
Bis nächste Woche auf der a4u! Freu mich schon
Merkwürdig, dass in Deutschland so viele Blogs “verstummt” sind… schaut so aus, als würden entweder keine Tests mehr gemacht oder nicht mehr kommuniziert (was eindeutig so ist und nur noch im kleinen Kreis diskutiert wird).
Mach auf dem Niveau weiter!
Hi Julian,
guter Artikel. Einzig die Aussage, dass twitter/facebook etc nichts mit SEO zu tun haben ist diskussionswürdig. Da Google nicht mehr der einzige Einstieg und die einzige SE ist, ändert sich auch SEO. Das zu verdammen ist ebenso retarded wie Leuten nicht zuzugestehen, dass sie sich vom SEO zu was anderem weiterentwickeln. Wer will schon ewig die kleine Traffic-Hure sein? Nach 10 Jahren immernoch ‘nur’ SEO zu sein hieße für mich Handwerker statt Unternehmer zu sein.
Möchte aber keinen Zweifel daran lassen, dass es wichtig und super ist, dass Leute forschen, bloggen und aufklären.
“20 Minuten Vortrag über den Title halten können” – Da melde ich dich gleich mal kurzfristig bei der a4u als Redner an. Bin auf die 20 Minuten gespannt.
Backlinks durch Retweets…
Im Seokratie-Blog ist ein absolut lesenswerter Beitrag über Penalties erscheinen. Den Artikel habt ihr vermutlich eh alle schon längst gelesen. Ich möchte an dieser Stelle auch nur auf den letzten Absatz eingehen und erlaube mir mal kurz zu zitieren. A…
Stimmt, lecker Schinken… Aber wieder zum Thema
Der SEO-Boom ist im vollen Gange und wohl auch noch nicht so schnell vorbei. Die Auftragsbücher sind voll und man hat eigentlich einen 16 Stunden Tag, da noch Zeit und Muße finden um guten und nicht völlig sinnfreien Content zu bloggen ist nicht einfach.
Hervorragender Bericht zur Relevanz des Pageranks.
Ich bin auch der Meinung das der Pagerank immer noch seine Daseinsberechtigung hat.
Leider achten viel zu wenige Webseitenbetreiber und/oder deren SEOs auf Ihre Verlinkung und wundern sich dann.
Ich selbst kann die ganzen Supertools schon nicht mehr sehen und klicke Sie immer gleich weg.
Habe den Feed auf meine Seite gepackt. Weiter so und dranbleiben.
@Julian
Wie immer ein toller Beitrag. Ich gebe Dir vollkommen recht, dass die Blogosphäre in Deutschland ziemlich nachgelassen hat. Aber vielleicht ist da einfach auch ein Zeichen der Zeit.
Ich kann mich noch an unsere ersten SEO-Stammtische in München so 2003/2004 erinnern: http://www.seo-stammtisch.de, das waren noch Zeiten. Damals gab es noch keine Schlipsträger und niemand der aus reinen Kommerzgründen SEO “verkaufen” wollte.
Damals teilte man sein Wissen auch noch in den Foren wie suchmaschinentricks.de und Abakus. Irgendwann kamen dann die Blogs und die Informationen verlagerten sich von den Foren zu den Blogs und jetzt geht es halte von den Blogs zu Twitter/Social, auch wenn ich das gar nicht gut heißen mag, weil es das Ganze noch schnellebiger macht und man gar nicht mehr nachkommt, die Informationen aufzusaugen.
Aber ich es merke es ja auch an mir selbst. Früher habe ich auf affiliateboy.de noch ganze Aufsätze zum Thema Partner-Management & Co. geschrieben und heute sind es fast nur noch PR-Meldungen die kopiert werden. Der Grund ist sicherlich auch, dass es viele Leute auch gar nicht mehr interessiert was man schreibt und dass die Konkurrenzsituation einfach viel Größer geworden ist.
Naja, ich habe schon wieder viel zu viel geschrieben, die Zeit hätte ich auch in einen sinnvollen Blogpost investieren können
Wir sehen uns nächste Woche auf der A4U.
Gruss
Markus
Schöner Artikel und schönes Schlusswort Julian.
Da hast du nicht ganz Unrecht, irgendwie sieht es derzeit wirklich so aus wie bei einem sterbendem PC-Spiel.
Werde mir auch mal Gedaneken über “sinnvolle” neue Posts machen, gerade bei Erklärungen.
Ich für meinen Teil sag mal danke für den Asskick
, vieleicht nehmen sich andere das auch als Anreiz.
Super Post, da hast du wohl Recht ein bisserl was sagt der pagerank wohl schon noch aus, und zu dem Zeiten Thema. Schätze das berufliche Umfeld der SEO’ s hat sich wohl doch stark geändert.
Firmen wollen immer mehr Exklusivität und richten wohl compliance regeln ein, die auch die Kommunikation zwischen den SEO’ s und Agenturen beeinträchtigt.
Nun ja, was ist denn an den Infos in den bisherigen Teilen so geheimnisvoll gewesen? Gut, von Deinen eigenen Theorien einmal abgesehen
Also, wenn sowas nicht mehr veröffentlicht werden darf / wird, dann können wir uns auch alle SEO-Blogs sparen.
Vielen Dank für die Serie, und ich bin auf weitere Teile gespannt!
[...] Facebook-Privatsphäre-Einstellungen als Infografik, der angeblich ja so unwichtige Pagerank und Google’s Pagerank-Penalties, Statistik und Daten zu Google’s Organic Click Through Rate (CTR), nicht nur Content is King [...]
[...] richtig oder garnicht. Den Anreiz dazu bekam ich aus dem Schlusswort von Julians Blogpost über Google Penalties, welches mir doch zu denken gegeben [...]
Gibt’s denn da ein paar konkrete gute Adressen in den USA für SEO? Wir kleinen Seitenbetreiber betreiben ja auch “Freizeit-SEO” weil wir uns keine richtige Optimierung leisten können.
[...] Eine Google Penalty kann negativen Einfluss auf Dein Ranking bei Google haben, es handelt sich meistens um Filter in die deine Webseite rutscht, wenn sie sich nicht konform der Google Webmaster Richtlinien verhält. eine Julian von seokratie.de hat sich die Mühe gemacht und eine umfangreiche Artikelreihe zum Thema Google Penalties veröffentlicht. Bis jetzt hat er 3 Teile veröffentlicht, in denen es um verschiedene Arten von Google. Google Penalties Teil 1,2 und 3. [...]
[...] Marcus von Stellenanzeigen.net den Mediadonis Marcus Tandler, als auch den SEO + Student der LMU Julian ( Mr. Seokratie ), Jeff und Bradley von Clickbank, Nico, Stefan und Mario von der Team Internet GmbH aus München und [...]
[...] http://www.seokratie.de/1209-google-penalty-teil-3-pagerank-penalties/ [...]
Ich habe mir wirklich vorgenommen für meine Projekte keine Links zu kaufen! Dieser Bericht hat mich darin nur noch einmal bestärkt. Sinnvoller Linktausch will ci favorisieren – es muss auch so gehen, dauuert halt entsprechend länger.
Danke für diesen Artikel. Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit SEO, aber manchmal wird es wie ein Schimpfwort gebraucht. Mir ist auch aufgefallen, dass viele deutsche SEO Blogs leider keine aktuellen Inhalte mehr haben.
Oft wird der Eindruck erweckt, SEO wäre mit dem Kaufen von Links und dem Eintragen in Webkataloge erledigt. Ich glaube, gute SEO Arbeit fängt mit den Dingen an, die wirklich Arbeit machen. Dort ist die Konkurrenz am niedrigsten, “weil der Aufwand einfach zu groß ist”.
Das waren nur ein paar naive Ideen eines SEO Neulings.
Viele Grüße
Jan
Interessanter Artikel und nette Zusammenfassung. Das Zitat
“Ein einziger Link von einer solchen Golden Bullet reicht, um eine (auch sehr starke!) Domain zu diskreditieren” halte ich jedoch fuer falsch.
Diese Golden Bullet Story macht auch gar kein Sinn, denn falls es diese Links geben sollte, so wuerden diese entsprechend missbraucht und fuer sehr viel Geld gehandelt werden. Zudem fehlt es an Berichten von Leuten, die von solchen Links “abgeschossen” wurden.
[...] Saschas Blog wurde vor kurzem von PageRank 5 auf 0 abgestuft. So etwas passiert nicht ohne Grund. [...]
Hi,
seit nun 2 Tagen hat mich google mit einer -90 und -100 Penalty belegt.
Kann mir jemand Tipps geben, wie ich da raus komme?
Die Seite http://www.lenkdrachenfeuer.de ist betroffen..
Ende letzten Jahres wurde ich mit einer Penalty bestraft, dann nach ein paar Monaten und 2 mails über Webmastertools an google war wieder alles ok für 2 Monate. Und nun wieder eine Penalty..
@Sebastian: das mit der golden bullet kannst du ruhig glauben.

Ich hab es 3 mal probiert (an eigenen Seiten), und es hat 3 mal (unterschiedlich) geklappt. Die stärkste Seite hat am meisten gelitten
Es war aber keine der “üblichen Verdächtigen” “Bullet”, sondern reanimierte Expireds.
Einziger Tipp den ich dazu geben kann: schaut euch etwas genauer an, wer alles von der (gesamten) Seite verlinkt wird. Sind dort viele “bekannte Seiten”, die für Linkkauf bekannt sind drauf: Finger weg oder auf Russian Roulette einstellen
@Julian: sehr netter Artikel. Lese zwar keine Seoblogs, aber an solche Artikel könnte ich mich gewöhnen.