Google Panda 4.2 rollt aus – über Monate hinweg

23. Juli 2015  |     |  8 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Google hat heute Nacht Searchengineland darüber informiert, dass das lang ersehnte Panda Update (Panda 4.2) seit dem letzten Wochenende am Ausrollen ist.

Panda 4.2 - ganz schön faul

Panda 4.2 – Ganz schön faul

Roll-Out wird Monate dauern

„Google says the update can take months to fully roll out because it will slowly impact your site.“ Quelle

Nun haben wir zehn Monate auf das Update gewartet, wobei Google mehrmals ankündigte, Panda würde in den nächsten Wochen kommen. In Sachen Kommunikation hätte man ja da bereits erwähnen können, dass es kein „Ad-Hoc“ Update wie die anderen sein würde. Wie dem auch sei: Der Panda ist da, aber keiner kann ihn sehen.

Schwache Updates

Wie auch schon bei Penguin 3 letztes Jahr wird man wohl nicht viele Auswirkungen sehen. Warum? In den Kommentaren zu Panda 4.2 sind die Meinungen widersprüchlich.

Die Theorien

  • Panda ist schon so gut, dass man kaum noch Änderungen am Algorithmus machen muss. Das bezweifle ich persönlich sehr stark.
  • Seit dem Weggang von Matt Cutts ist das Search Quality Team ruderlos. Ja, man merkt seinen Weggang deutlich. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich noch nicht. Ich glaube aber, dass vermutlich eher die Kommunikation etwas gelitten hat und die operative Arbeit nicht so stark.
  • Bisschen böse aber: Google wird ja immer nachgesagt, mit Panda auch Mitbewerber aus Märkten zu drängen, in die sie hinein wollen. Etwa Preisvergleiche oder Reisebuchungsseiten. Wenn das Update jetzt langsamer kommt, dann haben es Wettbewerbshüter schwieriger, eine Korrelation nachzuweisen. Das halte ich persönlich aber für eine sehr waghalsige Theorie.

 

Sidewide Algorithmus?

Google behauptet, dass Panda ein Algorithmus ist, der ganze Domains trifft. Gerade der Panda 4.0 war dafür bekannt, dass er auch einzelne Seitenbereiche und Verzeichnisse abstrafte. Nun behauptet Google (bzw. der Ansprechpartner von Barry Schwartz), der Algorithmus wäre nur seitenweit.

panda-barry

Was tun?

Wer guten Content erstellt, braucht keine Angst vor Panda zu haben. Aggregatoren von Produkten, Affiliates und wahrscheinlich jetzt auch Reise- und Flugbuchungsseiten sollten sich schon einmal auf ungemütliche Zeiten einstellen. Was ich nicht gut finde, ist die Dauer des Updates. Wenn Google Qualität erst nach Monaten erkennen kann, ist das für das schnelllebige Internet viel zu langsam. Zumal mir erst gestern eine Seite zugespielt wurde, die mit wirklich schlechten Blackhat-Methoden seit fast einem Jahr für Finanzbegriffe sehr weit oben steht. Google muss Qualität schnell erkennen und belohnen und ebenso Spam schnell erkennen und bestrafen. Wenn das System zu komplex und schwerfällig wird, dann verfehlt es völlig seinen Zweck.

Eure Meinung dazu?

Foto: © yanmiao / Istockphoto

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8 Kommentare

  • > Das halte ich persönlich aber für eine sehr waghalsige Theorie.

    Dass die bisherigen Bähhhhm-Updates nicht gut für die Wahrnehmung des Unternehmens und die Marke sind, hat Google sicher gemerkt. Man musste sich jedes Mal der ganzen Diskussion aussetzen:

    – Gefahr des Monopol für Unternehmen / die Gesellschaft / die Informationsfreiheit
    – Regulierungsbestrebungen
    – Wettbewerbsrecht
    – jeder, der mal austeilen wollte, hatte eine prima Gelegenheit – notfalls auch ohne Argumente
    – Missbrauch der Marktmacht

    Dem geht man damit auf jeden Fall aus dem Weg. Dazu braucht es nichtmal einen realen Hintergrund (tatsächlichen Missbrauch der Monopolstellung).

    Wir haben uns hier intern schon immer gefragt, warum Google das nicht „einschleichen“ lässt und dem ganzen Tamtam damit aus dem Weg geht und es letztlich auch für die Betroffenen besser handlebar macht. (Entlassungen etc.) Patent dafür hat G. ja gefilt.

    Außerdem macht der slow rollout natürlich auch Rückschlüsse / Gaming für SEOs schwieriger. Wenn 3 Updates über ein Jahr ausrollen und normale Verschiebungen dazu kommen, kannste halt kaum noch Dinge isolieren.

    LG Sebastian

  • Dominik

    Bei den letzten Pandas hat man zwar gesehen, dass Aggregatoren gelitten haben, aber mal ganz ehrlich: Wer keinen zusätzlichen Mehrwert zu einem (beispielsweise) Preisvergleich liefert, braucht sich nicht wundern, wenn der Panda zuschlägt. Konnte bei meinen großen Vergleichsprojekten mit viel Mehrwert, top Content und guten Nutzersignalen keine negativen Einflüsse feststellen.

    Bezüglich dem Weggang von Cutts: Gerade die Kommunikation hat wirklich gelitten – traurig aber nunmal nicht zu ändern.

    LG

  • PS: Matt Cutts war doch Spam-Fighter und Labertasche?! Der hat doch nicht am Algo gearbeitet?! So jemanden würde man doch auch nie ins Licht der Öffentlichkeit schieben?!

  • Hi,

    ich versteh die Diskussionen eigentlich gar nicht. Zum einen hat Google von Beginn an kommuniziert, dass es um die Bewertung der Domain im Ganzen geht. Der “Google Panda” sollte nach der Patentschrift dauerhaft und schon bei der ersten Indexierung einer einzelnen Seite deren Qualität analysieren und daraus einen Score zum “qualitativen Gesamteindruck” der Domain erzeugen. Also „Seiten werden einzeln bewertet“ und daraus die „Gesamtqualität“ der Domain bewertet. Und daran hat sich im Grunde doch nichts geändert.
    Auch wenn fälschlicherweise immer vom „Panda Algo“ geschrieben wird, so ist es in Wahrheit ein FILTER, der sich quasi über den Ranking-Algorithmus legt und schlechte Domains abwertet.
    Verwunderlich ist es nun nicht, dass der „Rollout“ (eigentlich müsste es „Auswirkungsentwicklung“ heißen) lange dauern wird. Seit Google Everflux ist Panda wie gesagt ein fortlaufender Prozess der ca. alle 10 Tage in den Index „gepusht“ wird. Also eigentlich doch kein Wunder, dass es lange dauert bis man Auswirkungen der neuen Filter-Anpassung feststellen kann. Jeden Tag kommen Millionen neue Seiten in den Index, müssen bewertet werden, andere werden verändert und verbessert usw… Das kann ja jetzt überhaupt nicht von heute auf morgen groß einschlagen.
    Zumindest sehe ich das so.

    Grüße

    Robert

  • Bernd

    > Wenn Google Qualität erst nach Monaten erkennen kann,
    > ist das für das schnelllebige Internet viel zu langsam.

    Dem stimme ich zu 100% zu. Allerdings sind immer mehr Reaktionen von Google mit sehr grossem Zeitverzug von Wochen, teilweise sogar Monaten. Wenn man im Webmaster Central Hangout aufpasst, hört man immer häufiger die Aussagen „kann einige Wochen dauern“…. „kann noch länger dauern“…. „ist nicht unbedingt nach 4 Monaten sichtbar“…

    Deswegen ist Deine Schlussfolgerung, dass das System zu komplex geworden ist, sicherlich zutreffend. Natürlich ist es viel bequemer, Änderungen sanft einfliessen zu lassen, vor allem, um Aufregungen zu begegnen, aber ich vermute als Schwerpunkt einen technischen Hintergrund dahinter.

    Im Umkehrschluss heisst das dann: Ich habe eine Site, die noch etwas mageren Content hat und wenn ich mich dransetze und was wirklich gutes baue, kann ich damit rechnen, irgendwann nach einigen Monaten emporzuschweben.

    Und jetzt frage ich mal meinen Chef: „Gib mir Zeit für guten Content und ein halbes Jahr nach Rollout stehen wir wahrscheinlich besser da“. Das ebnet das Feld für all die Quick-n-Dirty-SEOs, die schnellen Erfolg versprechen: Eben mal Linkbuilding bis zum Abwinken, k(l)ein bisschen Onpage-Optimierung und schon klettert die Site.

    Denn: Die Auswirkung der Backlinks ist recht schnell zu beobachten und mit einem Slow-Motion-Panda wird das Gewicht noch mehr auf Backlinks und weniger auf Content gelegt.

    cu – Bernd

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