Forced Clicks und Mülltraffic
Man probiert ja ab und an auch einmal kuriose Dinge aus um mehr Leads oder Sales zu generieren. Neulich habe ich einmal richtig üblen Traffic eingekauft.
Klicken für Geld
Es gibt ja Services die Tausende von Besuchern zum Spottpreis anbieten. Generell muss man dabei aufpassen. Die “Besucher” sind oft Bots oder verstehen nicht einmal die Sprache, weil sie aus fernen Landen kommen. Es gibt aber auch richtig gute Programme, die echte Besucher aus dem eigenen Land über sog. Forced Clicks (erzwungene Klicks) oder auch Paid Clicks (bezahlte Klicks) liefern.
In meinem Fall war es eine Dienstleistung, die man nur in Anspruch nehmen kann, wenn man Punkte sammelt. Punkte bekommt man für das Klicken von Bannern. Ich ließ dort Banner für ein Projekt von mir schalten. Der Preis für mich: 0,1 -0,5 Cent pro Klick. Ich war irgendwann bei 0,3 Cent – also 1000 Besucher für 3 Euro. Klingt eigentlich ganz gut, oder?
16.500 Unique Visitor pro Tag
Ein neues Projekt, das noch nicht gut bei Google zu finden war, habe ich dazu gleich einmal missbraucht:
Das Ergebnis: Am Spitzentag waren es über 16.500 Besucher über Paid Clicks (der Hügel in der Grafik). Normalerweise habe ich auch Besucher dort, aber eben ein paar weniger, so dass es die Grafik gar nicht anzeigen kann. Aber hat es sich auch gelohnt? Eher weniger.
Klicken und gehen
Der Grund: Die Besucher haben ja kein Interesse an der Seite, also klicken 90 % auf den Banner, schließen ihn wieder und klicken dann auf den nächsten Banner um Punkte zu sammeln. Wer über Adwords bis zu einem Euro pro Klick bezahlt, der hat gute Gründe dafür: Die Leute suchen ja schon nach dem Produkt, haben eine Kaufabsicht und sind wirklich daran interessiert. Die bezahlten “Klicker” wollen eigentlich nur Punkte sammeln und nur einer von fünf- oder zehntausend kommt auf die Idee, etwas zu bestellen.
Miese Conversionrate
Die Conversionrate war so schlecht, dass es sich im Endeffekt kaum gelohnt hat. Gelohnt hat es sich schon, nur habe ich letztlich für eine Conversion genausoviel bezahlt wie bei Adwords. Adsense sollte man besser nicht auf die Seite packen – eine Schließung des Accounts ist so gut wie sicher. Auch die meisten Partnerprogramme verbieten Forced Clicks, aber wer weiß das schon, wenn sie zuerst auf die eigene und danach von dort auf die Merchantseite kommen. Schön waren diverse Nebeneffekte: Ich wurde bei Stumbleupon angemeldet (deutsche Seite), habe ein paar Wong, Digg und Yigg-Bookmarks bekommen und der direct-Traffic hat auch noch Tage danach angehalten, weil sich so mancher daran erinnert hat.
Vorteile:
- richtig viele Besucher
- Alexa-Rank steigt unglaublich an (bei 3 Tagen von mehreren Millionen auf 300.000)
- Nebeneffekte (Social Bookmarks, ein paar vereinzelte Links)
Nachteile:
- CV-Rate schlecht
- viel viel Traffic – besser keine Datenverträge abschließen
- Wer auf der Seite Adsense hat, kann seinen Account besser gleich schließen
Letztlich habe ich das Programm aber dann doch gecancelt (gleich am ersten Tag). Wie man auf der Grafik sehen kann, lief es seltsamerweise noch drei Tage weiter – das fand ich angenehm.
Fazit: Mülltraffic ist – wenn man es gut anstellt – eigentlich gar nicht so schlecht. Aufpassen sollte man mit Partnerprogrammen und Adsense. Bei Partnerprogrammen ist es kein Problem, wenn man nicht direkt darauf leitet. Adsense ist ein No-Go: Nicht machen.
Hat noch jemand Erfahrungen mit Forced/Paid Clicks?
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8 Responses to Forced Clicks und Mülltraffic
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Hi Julian,
ein sehr interessanter Artikel, der einmal mehr aufzeigt, wie wichtig organischer Traffic ist. Dieser organische Traffic, wie du folgerichtig schreibst, sollte mehr oder minder aus “Eigeninitiative” den Weg auf eine Webseite finden und nicht erkauft werden.
Selbstverständlich ist es jedoch ratsam diesem organischen “Trafficbus” per einer geeigneten SEOstrategie den Weg zu ebnen und das Auffinden der Webseite drastisch zu erhöhen.
Wie bereits gesagt, ein sehr interessanter Artikel. Gerne davon mehr!
Ich habe bereits öfter solchen Traffic ausprobiert. Man muss sagen, da gibt es auch gravierende Unterschiede zwischen den Anbietern. Bei einigen Anbietern müssen die User z.B. eine gewisse Zeitspanne die Seite offen lassen.
Dennoch lohnt sich so ein Traffic nur für solche Aktionen wie damals bei Snapfish, für besondere Schnäppchen, teilweise auch PPs die kostenlose Anmeldungen vergüten, oder zum Vorstellen von anderen Paid4 Seiten natürlich mit eigenem Reflink.
Dann versuche es erst gar nicht mit den Besuchertausch-Systemen, denn da wird es noch schlechter, so meine Erfahrungen aus alten Zeiten
@Konrad H, diese Paidmails lohnen sich nur dann wenn es auf der Seite etwas kostenlos oder etwas zu gewinnen gibt, sonst nicht.
Ach ja: Mein Projekt war auch aus dem Bereich “kostenlos”.
Ich habe eine Vermutung um welches Programm/Seite es sich handelt. Ich habe dort auch schonmal überlegt Banner zu buchen. Da ich aber dort mein eigenes Nutzerverhalten kenn und die Banner nur klicke um die Punkte zu bekommen habe ich es sein gelassen. Beim klicken habe ich mir aus neugier schonmal die Seiten angesehen welche gebucht haben aber aus einem ganz anderen Interesse als es die buchenden wollten. Bei einigen habe ich mich auch gefragt welches Geschäftsmodell die eigentlich verfolgen. Mit Adsense zugepflasterte Seiten gab es da sehr viele und auch Weiterleitungen zu ebay.
Forced/Paid Click Traffic finde ich als Baustein in der Seitenvermarktung in manchen Fällen durchaus tauglich. Nur ist der Traffic eben sehr speziell. Das Publikum von solchen Anbietern ist sehr jung, daher sind die Themen mit denen man diese Surfer erreichen kann sehr begrenzt. Am ärgerlichsten finde ich, dass die Technik der Betreiber oft sehr wenig Features hat. z.B. wäre es nett, wenn man den Kreis der Empfänger gezielter auswählen könnte oder eine Kampagne über einen gewisse Zeit streuen könnte, damit man nicht wie Julian 50.000 Hits in wenigen Tagen abfangen muss.
Hi Julian, guter Artikel! Er hat mich auf eine Idee gebracht. Kannst Du sagen bei welchem Anbieter Du gebucht hast?
Hi Jens,
Nee.