Wie Ihr Facebook-Insights nutzt, um Euer Marketing zu verbessern

23. Oktober 2015  |     |  Schreibe einen Kommentar
Ein Beitrag von Nadine

Auf Facebook, Twitter, Pinterest und Co. sagt Euch die Zielgruppe, was sie interessiert. Also nutzt es auch! In diesem Artikel zeige ich Euch am Beispiel Facebook, wie Ihr die kostenlosen Insights nutzen könnt, um Euer Social-Media-Marketing zu verbessern.

insights memeSocial-Media-Insights – Was bringen sie mir?

Kunden und User mit relevanten Inhalten zu erreichen ist das Ziel einer jeden Inbound Strategie. Die Herausforderung besteht jedoch darin, einen kontinuierlichen Strom an Inhalten zu schaffen, die für die Zielgruppe wirklich interessant sind.

Egal, ob Ihr gerade keine Idee habt, der Traffic gesunken ist oder Ihr neue Zielgruppen erschließen wollt: Die Erkenntnisse aus Social-Media-Insights können unglaublich hilfreich zur Verbesserung Eurer Kampagnen sein. Hier sind drei Gründe, warum Ihr die Analytics der Plattformen für Euer Marketing nutzen solltet.

Verständnis für das Interesse der User

Um erfolgreich zu sein, muss Euer Content direkt das ansprechen, was Eure Zielgruppe interessiert. Es reicht nicht aus, nur die Grundlagen über oberflächliche Buyer Personas zu wissen. Ihr müsst ein Verständnis für die Interessen sowie die Schwachstellen und Art der Informationen, die sie von einer Marke erwarten, bekommen. Klar, Ihr könntet auch für eine Schwerpunktgruppe zahlen oder eine Umfrage durchführen, um diese Insights zu bekommen. Fakt ist aber: Diese Daten liefern Euch die sozialen Netzwerke bereits!

Schaut Euch Eure Plattformen genauer an:

  • Welche Arten von Inhalten bekommen die meiste Resonanz?
  • Gibt es wiederkehrende Muster bei den Facebook-Kommentaren?
  • Welche gemeinsamen Interessen haben die Twitter-User?
  • Worüber neigen User sich zu beschweren?
  • Welche Themen oder einzelnen Pins bekommen die meiste Aufmerksamkeit auf Pinterest?

Diese Daten sind Gold wert, wenn es darum geht, die High-Level-Themen für die nächste Kampagne zu ermitteln.

Berlin Tag & Nacht ist ein Aushängeschild dafür, genau zu beobachten, was die Zielgruppe will. „Wir nehmen das ernst, wenn besonders viele Leute bei Facebook auf einen bestimmten Eintrag reagieren“, sagt Vittorio Valente schon 2012 im Interview. Ein Beispiel hierfür: Die Zielgruppe kann anscheinend mit dem neuen, schwangeren Charakter Mandy nicht besonders viel anfangen, wie die Reaktion auf diesen Post zeigt.Kommentar BTN

Kurzerhand soll der „alte“ Charakter Peggy die Adoptivmama von Mandy’s Baby werden und die Fans sind soweit zufrieden.

Neue Ideen für Content

Wenn Ihr bereits wisst, was Eure Zielgruppe interessiert, Euch aber manchmal einfach die zündenden Ideen für neuen Content fehlen, dann ist Social Listening das Zauberwort. Oftmals ist man so festgefahren in seinen gängigen Konzepten, dass man den Blick für das Neue, Spannende verliert – aber genau hier setzen Eure Plattformen an: Neue Blickwinkel, spannende Themen und Dinge, die für die User wichtig sind, werden Euch quasi auf dem Silbertablett präsentiert.

Seht Euch z.B. an, was die Sorgen Eurer Zielgruppen sind und setzt hier an. Mode: Die User verlieren dauernd den zweiten Socken? Dann zeigt Ihnen, was sie dagegen tun können. Automobil: Viele Mamis haben ein Problem mit dem Verstauen von Kinderwägen? Helft Ihnen, das zu lösen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, wirklich. Ihr müsst einfach nur zuhören, was Euch Eure Zielgruppe sagt.

Viele Mamas kennen zum Beispiel das Problem mit den Kids in der Sonne: Sonnencreme finden sie blöd. Darauf hat Nivea mit einer Kampagne reagiert und die Nivea-Doll entwickelt, die den Kindern die Wichtigkeit von Sonnencreme spielerisch beibringen soll:

Erschließung neuer Märkte

Jede Marke hat eine Handvoll Gruppen, die sie bereits mit ihrem Content anspricht, beziehungsweise darauf abzielt, diese anzusprechen. Social Monitoring bietet Euch einen direkten Weg zu Leuten, die wahrscheinlich auch an Euren Produkten oder Services interessiert sind.

Zum Glück gibt es zoziale Medien und Foren, wo Kunden jeden Tag über ihre Erfahrungen und Wünsche sprechen. Ein offenes Ohr zu haben, hilft Marken dabei zu verstehen, was sie gut machen und wie sie ihre Strategien verbessern können.

Seid Ihr Sportartikelhersteller? Vielleicht werden Eure Sachen auch in anderen Sportarten benutzt, auf die ihr nie gekommen wärt. Auch werden zum Beispiel manche Bastelutensilien zum Backen benutzt, an die man gar nicht gedacht hätte.

Um das Zweckentfremden von IKEA-Produkten hat sich beispielsweise ein richtiger Hype entwickelt. Es gibt inzwischen zahlreiche Blogartikel, Pins und Diskussionen zu den sogenannten IKEA Hacks und sogar eine eigene Plattform Ikeahackers, die von Fans betrieben wird (Silja und Lydia haben zum Thema Influencer-Marketing schon darüber berichtet). Ikea hat den Hype erkannt und bietet nun ebenfalls eine Plattform an, auf der die Fans zeigen können, was sie aus den Produkten machen.

Das sagen Euch die Insights

Diesen Erkenntnissen könnt Ihr dann mithilfe von Tools oder einem individuellen Tracking noch genauer auf den Zahn fühlen (dazu kann ich Euch die Slides von Hendrik Unger ans Herz legen). Dadurch lassen sich noch genauere Korrelationen feststellen und KPIs messen – für einen ersten Überblick und um ein Gespür für Eure Zielgruppe zu erhalten, reichen aber die Insights.

Beispiel Facebook

Facebook bietet mit den Insights ein eigenes Analytics-Tool. Sobald eine Seite mehr als 30 Fans hat, wird dieser Service freigeschaltet. Diese Daten könnt Ihr nutzen, um zum Beispiel den besten Zeitpunkt für Postings zu ermitteln oder die Inhalte mehr nach den Interessen Eurer Zielgruppe zu gestalten. Ihr findet alle Daten unter dem Reiter „Statistiken“.
Statistiken finden Facebook

Übersicht

Die Übersicht enthält die wichtigsten Analysen auf einen Blick. Sie listet neue „Gefällt mir“-Angaben, die Post-Reichweite und Interaktionen. So bekommt Ihr schon einmal einen Einblick in die Grundstimmung Eurer Fanbase.

Insights Facebook Übersicht

Wenn Ihr ein bisschen nach unten scrollt, seht Ihr Eure fünf letzten Posts. Hier werden Euch unter anderem Typ, Reichweite und Interaktionen für jeden einzelnen angezeigt. Ihr könnt Euch auch mehr Posts anzeigen lassen und so erste Schlüsse ziehen.Insights Facebook Beiträge

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Welche Beitragstypen gefallen Eurer Zielgruppe besser?
  • Gab es bei den besseren Posts thematische Überschneidungen?
  • Habt Ihr Fremdinhalte geteilt, zu denen Ihr noch keinen eigenen Content habt, welche die User aber interessant fanden?

„Gefällt mir“-Angaben

Unter diesem Reiter seht Ihr mehrere Graphen, die zeigen, wie Eure Seite in einem bestimmten Zeitraum in Bezug auf die Zielgruppe gewachsen ist. Hier könnt Ihr ganz einfach die Zeitspanne auswählen, um einen größeren oder kleineren Zeitabschnitt zu analysieren. Die Übersicht der Likes gibt Euch bereits eine Tendenz: Langweilt Ihr die Community oder habt Ihr guten Content, sodass stetig neue Fans dazukommen?Insights Facebook Likes 1

Die Netto-„Gefällt mir“-Angaben zeigen schon ein bisschen deutlicher, welche Interessen die Zielgruppe hat. Oft kann man Peaks an Tagen erkennen, an denen Posts eine höhere Reichweite als sonst hatten. Das gibt Euch bereits Auskunft über Euren Content.

Außerdem erkennt Ihr hier, ob es organische Likes oder Likes durch Ads waren. Auch das gibt einen Einblick in die Stimmung der Fans. Gute Beiträge haben eine hohe Reichweite und werden auch in den Chroniken der Freunde von Fans gestreut. Auf diese Weise kommen häufig organische Fans.Insights Facebook Likes 2

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Wann sind viele neue Fans dazugekommen?
  • Wann wurde Eure Seite disliked?
  • Wie viele Likes gab es an Tagen, an denen Ihr nichts gepostet habt, sprich: Ist Euer Content nachhaltig?
  • Wie sind die Fans gekommen – organisch oder bezahlt? Wenn organisch, welcher Post wurde in der Zeitspanne veröffentlicht?

Reichweite

Die Reichweite zeigt Euch, ob die Posts Aufmerksamkeit bekommen haben und ob diese organisch oder bezahlt war. Daran könnt Ihr ganz gut erkennen, wie relevant der Post für die Zielgruppe war oder ob das Budget gut investiert war.Insights Facebook Reichweite 1

In diesem Abschnitt wird auch die Mischung aus Likes, Kommentaren und Shares aufgeschlüsselt. Diese Daten sind besonders wichtig, um genau zu sehen, wie und wann die Leute mit Eurer Seite interagieren.Insights Facebook Reichweite 2

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Wann interagieren die Leute am häufigsten mit Eurem Content?
  • Welche Themen und Post-Typen stecken dahinter?
  • Wozu neigen die Fans am meisten– Likes, Shares oder Kommentare?
  • In welchem Zeitraum findet die Interaktion statt?

Beiträge

Ihr möchtet herausfinden, wann Eure Zielgruppe online ist? Dann müsst Ihr auf diesen Reiter klicken. Hier könnt Ihr ganz genau sehen, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten Eure Fans online sind – postet Ihr dementsprechend, ist die Wahrscheinlichkeit höher, möglichst viele User zu erreichen. Per Mouseover erscheinen zu den einzelnen Tagen sogar noch genauere Daten.Insights Facebook Beiträge 1

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Welche Tage sind stärker fragmentiert?
  • Sind die Fans zu bestimmten Uhrzeiten aktiver?
  • Gibt es Korrelationen zu typischen Zeiten – z.B. Mittagspause, Feierabend?

Klickt Ihr auf „Beitragsarten“, seht Ihr, wieviel Reichweite und Interaktion die Beitragstypen durchschnittlich haben (aktuell sind es vor allem Videos, die die meiste Reichweite generieren).

Diese Informationen geben Euch Aufschluss darüber, welche Arten von Posts am besten auf Eurer Seite funktionieren. Konzentriert Euch auf die besten Beitragsarten und baut das Potenzial aus – langweilt aber die Community nicht mit dem hundertsten Katzenvideo, nur „weil es funktioniert“ – Abwechslung und der Zusammenhang zur Seite muss dennoch sein!Insights Facebook Beiträge 2

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Habt Ihr tolle Fotos, die viele Likes bekommen?
  • Gab es Blogposts, die zu Diskussionen führten?
  • Welche Videos haben viel Aufmerksamkeit bekommen? DIY, Fun, Ratgeber?
  • Wenn es geteilte Videos waren – habt Ihr die Möglichkeit, derartigen Content selbst zu produzieren?
  • Wie viele Klicks gab es auf Links? Hat das den Traffic beeinflusst?

Personen

Dieser Bereich ist ein wahres Geschenk. 🙂 Ihr erhaltet detaillierte Informationen zur Demographie Eurer Zielgruppe: Prozentuale Geschlechterverteilung, Altersstufen, Sprachen und sogar die Städte, in der Eure Fans leben. Verwendet diese Informationen, um Euren Content auf das, was Eure Fans interessiert zu konzentrieren. Ihr seid im Modebereich und habt viele junge Mädels? Dann sind Faltenrock und Pullunder vielleicht nicht die beste Wahl als modischer Tipp – wählt lieber die neusten Trends und Styles.Insights Personen Facebook

Seht Euch zum Beispiel an:

  • Wie alt ist die Kernzielgruppe? Hat diese spezielle Interessen, die noch nicht abgedeckt werden?
  • Wie ist die Geschlechterverteilung? Passt den Content daran an, denn z.B. auch Männermode ist für einige Frauen indirekt interessant.
  • Welche Sprachen werden gesprochen? Lohnt sich vielleicht ein multilingualer Auftritt?
  • Welche Städte sind am aktivsten vertreten? Lohnen sich hier z.B. lokale Aktionen?

Das solltet Ihr Euch merken

Die Social Media Plattformen bieten eine Menge Insights, die wirklich nützlich sein können. So wie am Beispiel Facebook funktioniert es größtenteils auch bei den meisten anderen Kanälen. Beschäftigt Euch eingehend mit den Daten und versucht Korrelationen herzustellen, dann könnt Ihr bereits erste Schlüsse ziehen.

Macht Euch Gedanken, warum beispielsweise How-to-Anleitungen gerne geteilt werden, was ist daran schon gut, was kann noch besser gemacht werden? Wieso werden Eure Links nicht so häufig geklickt – liegt das generell am Inhalt, oder ist das Snippet oder das Bild dazu nicht ansprechend? Lest Kommentare oder sprecht einfach mal die Nutzer mit einer Frage direkt an, um zu erfahren, was sie interessiert. Die User werden merken, dass Ihr Euch eingehend mit Ihren Interessen beschäftigt habt und dies mit Interaktionen belohnen, diese führen automatisch zu mehr Reichweite und mehr Traffic.

Wichtig ist auch, zu überlegen, ob Ihr nicht etwas Budget freimachen könnt, denn das ist aktuell wirklich gut in Anzeigen auf Facebook, Instagram und Twitter investiert. Für sehr geringes Budget könnt Ihr eine äußerst klar definierte Zielgruppe erreichen.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Daten seht Ihr euch genauer an, und welche Schlüsse zieht Ihr daraus?

Benutzt Ihr Tools, und wenn ja, welche?

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