Wenn man als angehender Hobby-Seo sein erstes Projekt online hat und vielleicht auch bereits sehr viel richtig gemacht hat, freut man sich meist: Die eigene, junge Seite rankt schon nach kurzer Zeit unglaublich gut. Nachdem man die Seite online gestellt hat und sie so gut rankt, will man natürlich trotzdem noch Linkaufbau betreiben. Doch egal, wie man es auch anstellt: Die Seite wird definitiv abstürzen.

Wegfallen des Newbie Bonus

Bei einer jungen Domain gibt es genau zwei Arten des Absturzes: Die eine Art ist ein natürlicher Absturz, weil der sogenannte “Newbie Bonus” wegfällt. Google bewertet im Allgemeinen alte Domains am besten. Aber auch ganz neue Domains bekommen einen Bonus, um sich gerade am wackeligen Anfang in den SERPS zu behaupten und so (auf natürliche Weise) bereits einige Links von Webseiten sammeln zu können. Nach einer kurzen Zeit (ca. 1 Monat) verschwindet dieser Bonus und die Domain wird ganz normal gewertet. Die Folge: Man stürzt plötzlich von Platz 9 auf Platz 30, 100 oder noch tiefer.

Die Sandbox

Die zweite Art eines Absturzes ist die “Sandbox” von Google. Wer SEO betreibt und übermotiviert ist, der baut in sehr kurzer Zeit sehr viele Links auf. Google vertraut Domains, die zu schnell Links bekommen überhaupt nicht. Es wirkt unnatürlich (ist es ja auch…) und daher “bestraft” Google die Domain erst einmal: Die Seite wird um 30, 60 oder sogar eventuell mehr Plätze nach hinten gereicht. Diese Bestrafung dauert allerdings nicht ewig, sondern nur einen gewissen Zeitraum. Es scheint damit zusammenzuhängen, wie sehr man es mit dem Linkaufbau übertrieben hat, aber im Allgemeinen handelt es sich um 3-6 Monate. Es kann sich aber auch um bis zu 1 Jahr dabei handeln.

Ab und zu höre ich auch, dass die Sandbox auch mit der Härte des Keywords zu tun hat. Wer also auf “Kredit” optimiert, der ist länger in der Sandbox als wenn man auf “Verbeamtungswirtschaftsfachwirtangestelltensekretär” optimiert. Für Nebenkeywords, auf die optimiert wurde, ist die Seite meist trotzdem noch gut gerankt. Bei der Sandbox handelt es sich also um einen Filter, der nur bei einzelnen Suchbegriffen (meist eben genau jene, auf die man optimiert) greift.

Was tun?

Im Endeffekt kommt man also bei einer neuen Domain um eine Wartezeit von mehreren Monaten nicht herum – Egal wie man handelt. Ob sie nun in der Sandbox ist oder natürlich abrutscht, ist letztlich egal. Ich persönlich erstelle meine Seiten, lasse ein paar ganz kleine Links drauf zeigen, sie komplett in den Index fahren und lasse sie daraufhin ein paar Monate liegen. Erst danach beginne ich mit dem Linkaufbau. Natürlich ist es super, wenn man ein paar alte Domains in peto hat und / oder sich bei einem großen Projekt einfach mal eine kleine Hobbyseite kauft. Man sollte die Sandbox möglichst vermeiden. Wer aber drin ist, der sollte nicht mit dem Linkaufbau aufhören, sondern weitermachen wie bisher. Wer zwei Wochen lang extrem viele Links sammelt und danach drei Monate überhaupt nicht, dessen Domain wirkt Google gegenüber sehr unnatürlich.

Maßnahmen gegen einen Domain Absturz

  • Möglichst eine alte Domain kaufen / snappen oder wiederverwerten (das Alter richtet sich nach der Länge im Cache und dem Alter der Links, die auf sie zeigen)
  • Bei neuen Domains das Projekt in Sachen Links etwa 2-3 Monate vollkommen in Ruhe lassen. Ein paar schwache Links (Mister Wong genügt) und dann erst einmal abwarten
  • Niemals nach “Hau-Ruck”-Methode die Links aufbauen. Kontinuierlich und mit verschiedenen Linktexten auf verschiedene Unterseiten linken (lassen).
  • Wer in der Sandbox ist, kann trotzdem noch Links sammeln. Dafür wird die Domain umso stärker gewertet, wenn sie aus der Sandbox kommt.

Akzent Abfragé

Die folgende Information ist überhaupt nicht gesichert und umstritten. Ich habe aber bemerkt, dass es fast immer zutrifft und es ist ein schicker Trick. Wer für “Keyword” in der Sandbox ist, der sollte bei Google einmal “Kéyword” eingeben. Mit Akzent wird – so die Ansicht von vielen – ein Filter umgangen und man sieht, wo die Domain ohne den Sandbox Effekt stehen würde, bzw. wo sie in Zukunft stehen wird. Wie gesagt ist diese Methode aber nicht gesichert, aber ich überprüfe so gerne meine zukünftigen Rankings. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht.

Es heißt also bei neuen Projekten immer “Abwarten und Tee trinken”. Trotzdem sollte man sich nicht unterkriegen lassen und immer weiteroptimieren. Es geht immer nach oben! Ob man in der Sandbox ist oder nicht, kann man oft gar nicht sagen. Man merkt es aber wenn man herauskommt. :-)

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3 Responses to Domain Abstürze

  1. Julian sagt:

    Seit neuestem hat Mister Wong nofollow, richtig. Die Akzent Abfrage ist umstritten, aber ein wenig stimmt es. Ich sehe damit immer gut, ob eine Domain in einem Filter steckt. Manchmal ist es aber auch einfach falsch. :-)

  2. @kefall sagt:

    Guter Artikel, vielen Dank. Leider funktioniert das mit der Akzent Abfrage bei mir nicht, vermutlich, da es sich bei mir um KW-Kombinationen handeln, die in einem Filter stecken. Das Ganze ist wirklich interessant zu beobachten. Die Startseite, optimiert auf eine KW-Kombi rankt super. Die Einzelartikel sind allesamt auf “Artikelname”+”weiteres KW” optimiert. (weiteres KW ist bei allen Artikeln identisch). Seit kurzem vermute ich stark, dass Google sogar Artikelnamen-DBs in die Filter mit einbindet. Das schlußfolgere ich daraus, das alle meine Unterseiten sich plötzlich auf den Positionen >100 wiederfanden, die zuvor noch in den Top 15 waren. Artikel, die jedoch noch nicht auf dem Markt sind und daher vermutlich auch noch nicht in Produkt-DB, ich jedoch vorsorglich schon mit einem schicken Artikel beglückt habe, ranken witerhin prima in den Top 15. Werde das Ganze mal weiterhin beobachten und ein paar BLs für die Unterseiten/Einzelartikel aufbauen. Mal sehen was dann so passiert. Ist Dir da drüber zufällig irgendwas in dieser Richtung bekann?

    Beste Grüße
    @keyfall

  3. Julian sagt:

    Hi Kefall,

    Der Artikel ist von 2008, die Akzent Abfrage funktioniert leider schon lange nicht mehr.

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