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Usability Wüste Deutschland

Dass Deutschland eine Service-Wüste ist, hat wohl jeder begriffen der einmal in den USA oder in Japan war. Momentan befasse ich mich stärker mit dem Themen Usability und Conversionoptimierung und musste feststellen, dass hier eine vollkommene Wüste besteht: Kaum jemand interessiert sich dafür.

Kein Interesse an Usability?

Ich glaube nicht, dass es niemanden in Deutschland gibt, der sich gut mit Usability auskennt. Allerdings sind beispielsweise die Alexa-Zahlen von Usability-Seiten und -Blogs erschütternd: Sie müssten, wenn es ein Interesse in der Webgemeinde gäbe um einiges höher liegen. Klar fahren enorm große Portale aufwendige Usability Tests. Was aber ist mit kleinen Webseiten? Hier denkt kaum jemand an Benutzerfreundlichkeit.

Webdesign = Usability?

Da stelle ich mir natürlich die Frage, ob Usability generell in die Schublade Webdesign zu stecken ist? Ich persönlich würde das verneinen. Viele Webdesigner neigen dazu, sich gleichzeitig als SEOs und Usability Experten zu deklarieren. Für einige wenige in der oberen Preiskategorie mag das zutreffen – für die meisten allerdings nicht. So wie ich als SEO kein ordentliches Design hinbekomme (siehe Seokratie), so bekommt der “herkömmliche” Webdesigner auch nicht unbedingt ordentliche (also richtig gute) Usability hin.

Natürlich achtet man als Webdesigner darauf, dass eine Seite gut benutzbar ist und ist darin normalerweise viel besser als ein SEO – das hat aber kaum etwas mit multivariablen Tests, Eyetracking und Performance-Analysen von “richtigen” Usability-Experten zu tun.

Wissenslücken ohne Ende

Wir SEOs bringen die Besucher massenhaft auf die Seite – was sie dann auf der Seite machen interessiert uns allerdings kaum. Ich schließe mich da nicht aus – so mancher design-gewohnte Mensch bekommt Augenkrebs bei meinen Seiten. Vielleicht bin ich auch nur blind und sehe diesen riesigen Usability-Markt in Deutschland nicht – in den nächsten Tagen werde ich dafür eine kleine Liste an usability-relevanten Blogs und Portalen erstellen und online bringen. Wer (s)eine Seite darin sehen möchte, kann mir gerne eine E-Mail schreiben oder kommentieren. Auch werde ich in der nächsten Zeit das Thema Usability ein wenig mehr in den Vordergrund bringen – soweit ich es überhaupt kann.

Einen Anfang soll für heute schon einmal der Blog Nutzerfreundlichkeit.de mit seinem erstklassigen Beitrag Online Communities: Was User wirklich wollen machen. So etwas sind Informationen, die wirklich wertvoll und einzigartig sind, nicht wie der X-Te “Wie betreibe ich Linkaufbau”-Blogpost.

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Kategorie: Design

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About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.

RSSComments (11)

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  1. Es ist halt wie im Sport, Weltmeister werden ist schwer, den Titel verdteidigen noch viel mehr. Leider muss ich dir zustimmen, in Sachen Usability sind selbst viele Seiten und Anwendungen von Agenturen ein Horror für den Benutzer. Alles unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach, aber dass hat auch niemand behauptet und wer es tut der l…gt ;o)

  2. Flo sagt:

    Klasse Idee Julian, würd mich auch mal interessieren.

    Ich würde da aber differenzieren zwischen Webdesigner mit Augemerk auf Gestaltung und Webdesigner mit Fokus auf gute Gesamtpakete (Funktion, Usability!, Code). Ein Webdesigner ist ja nicht nur ein Grafiker sondern eigentlich auch Programmierer und Verantwortlich für das Gesamtergebnis Website.

    Gruß,
    Flo

  3. Ulf sagt:

    Die Wissenslücke liegt vielleicht einfach daran, dass es keinen richtigen Ausbildungsberuf oder Studium dafür gibt. Bei der Mediengestalterausbildung zum Beispiel, wird das Thema nur ganz kurz gestreift, aber niemand zeigt einem wie man es besser macht oder die Tests fährt.

  4. tameco sagt:

    …man kann sich allerdings recht viel aneignen und dann versuchen, umzusetzen. Es gibt viel entsprechende Literatur (allerdings überwiegend in englischer Sprache – das kann ein Problem sein). Ansonsten sollte es für jeden Webdesigner und SEO selbstverständlich sein, dass er nicht nur Besucher auf die Seiten bringt, sondern auch versucht, sie dort zu halten. Ich fasse das mal unter dem Stichwort “Ganzheitliches Marketing” zusammen. Sofern man als SEO darauf angewiesen ist, auch mit eigenen Projekten Geld zu verdienen (und nicht nur für andere zu arbeiten), dann lernt man recht schnell, dass es NICHT NUR darum geht, jemanden von A nach B zu bringen. Wichtig wird dann, dass dich dieser Jemand auch umsieht, wenn er bei B angekommen ist.

  5. Paul sagt:

    Grundsätzlich sehe ich das ein wenig anders, es gibt durch aus einige interessante vereinzelte Artikel im bereich Usability, die versuchen Lesern ein wenig den Umgang von Besuchern zu erlernen.
    Dennoch denke ich liegt das Problem eher wie schon @Ulf beschrieben hat eher an der Ausbildung.

    SEO und Usability sind wie du es schon im Artikel beschrieben hast in Agenturen zweierlei und werden nur selten in zusammenarbeit vereint.

  6. Luchsus sagt:

    Was allein wegen fehlender Usability an Geld flöten geht, ist eigentlich unglaublich. Und da wundern sich Leute über geringe Konversions…

    Webdesigner *sollten* eigentlich in der Lage sein, eine benutzungsfreundliche Seite zu erstellen. Die Auftraggeber achten aber viel zu oft nur darauf, ob es “gut aussieht” und zu den Corporate Design Richtlinien passt. Dafür bezahlen sie und letztlich bekommen sie eben das, wofür sie bezahlen.

  7. Tommy sagt:

    Also ich kann nur von mir ausgehen, wenn ich sage, dass Webseiten, auch große Firmenpräsentation, schon vom Kunden für Google und nicht für User konzipiert werden.

  8. Adrian sagt:

    Ich glaube das Problem ist auch das manche Firmen sich einmal ein Webdesign einkaufen und dann denken damit ist es getan. Usability optimieren heißt aber testen, testen, testen. Es gibt vielleicht einige Grundregeln für Usability die auch Designer und SEOs beachten können aber letztenendes muss man testen wie die User mit der Seite klarkommen. Und da ist genau das Problem – es gibt bei den meisten Websites keinen klaren Plan um A/B geschweige denn Multivariablen Tests durchzuführen. Da wird hier und da mal was verändert und ‘verschönert’ aber selten gibt es konkrete Pläne oder Auswertungen. Es fehlt einfach die wissenschaftliche Präzision die von Experten eingesetzt wird.

  9. Christian sagt:

    Auf Deutsche-Startups.de waren ein paar interessante Artikel von Eparo, einer auf Usability-Messung und -Optimierung spezialisierten Firma:

    http://www.deutsche-startups.de/2008/11/05/usability-was-start-ups-selbst-koennen-gastbeitrag-von-patrick-roelofs-von-eparo-teil-3/

  10. markus sagt:

    Für die Usability zahlt eben keiner wirklich Geld.. bzw. ist keiner bereit die Kosten und den Aufwand aufzubringen.

  11. oberleiner sagt:

    Na ja, die Überschrift ist sicher provokativ.

    Aber es ist auch nicht ganz einfach, Usability zu betreiben. Als ich seinerzeit Shop-Tester suchte, versagten mir sämtlich angesagten Foren etc. die Zusammenarbeit zwecks Veröffentlichung des Such-Aufrufs – das wäre ja Werbung, und die muss bezahlt werden. Gerade als Start-Up nicht ganz einfach.

    Das Problem ist aber, dass man ja Leute finden muss, die sich als Tester zur Verfügung stellen. Letztlich habe ich doch einige gefunden. Auch das Blog war hier ein wenig hilfreich: http://blog.quickaudio.de/der-shop-on-offline/2007-08-14-shop-tester-gesucht.

    Fakt ist, dass ich Usability ganz oben ansiedle. Denn für mich ist es in erster Linie Dienst am (potentiellen) Kunden. Denn schließlich verdienen wir mit dem Shop unser Geld.

    best wüsches
    oberleiner

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