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Die Absprungrate verringern

Heute möchte ich einmal Optimierungsvorschläge vorstellen, die nur bedingt etwas mit SEO zu tun haben, aber trotzdem eine Menge bringen.

Bleib doch bitte auf der Seite…

Also Suchmaschinenoptimierer ist man ständig so damit beschäftigt die Seite nach SEO-Gesichtspunkten zu optimieren, dass man völlig vergisst wie wichtig es ist, den User auf seiner Seite zu behalten. Der Knackpunkt ist die Absprungrate (in Google Analytics etwa). Liegt die Absprungrate bei 70 %, so bedeutet das, dass 70% aller Besucher die Seite sofort wieder verlassen ohne eine weitere Unterseite aufzurufen. Im Durchschnitt (die Quellen hab ich leider nicht mehr zur Hand…) braucht ein User für diese Einschätzung 1,5 – 3 Sekunden. Danach bleibt er entweder auf der Seite oder er verlässt sie.

Weshalb verlässt ein User die Seite?

  • Das Design der Seite wirkt unprofessionell und er macht daran (automatisch) auch die Qualität der Beiträge fest.
  • Er liest sich den ersten Satz durch und bemerkt sofort, dass er das Gesuchte wahrscheinlich nicht finden wird
  • Die Seite lädt zu lang
  • Die Seite ist völlig mit Werbung überladen

Design

Ich habe neulich einmal statt einer H1 Überschrift eine richtig schicke Grafik als Überschrift auf meiner Seite eingebaut. Natürlich taucht darunter trotzdem noch eine Text-Überschrift auf. Vom SEO-Standpunkt her war diese Überschrift wertlos, sie zählt ja nicht einmal als eine solche. Meine Absprungrate (Online Shop) betrug vorher 70 – 80 % und seit dem Einbau der Grafik liegt sie bei 40 – 50 %. Hier einmal die Grafik zur Verdeutlichung:

Absprungsrate Man sieht direkt den Effekt sehr gut. Wie bereits gesagt habe ich nichts verändert und den Shop nur grafisch etwas aufgepeppt. Von 75% auf 45%: Natürlich kann man sich vorstellen, dass ich seitdem etwa 1/3 mehr Bestellungen habe – nur durch das Einfügen einer kleinen Grafik!

Die ersten Sätze

Betreibt man eine Seite, die primär Informationen bringen soll, so kann man zwei große Fehler machen. Der erste ist einfach eine schlechte Textqualität. Hat man im ersten Satz bereits irgendein Artikelverzeichnis-Blabla untergebracht, wie bei einer Autoseite z.B: “Hier stellen wir ihnen Autos vor. Die meisten Autos besitzen heutzutage vier Räder und ein Lenkrad…”, dann fühlt sich jeder Besucher veräppelt und weiß sofort: Hier finde ich sicher keine wertvollen Informationen.

Der zweite Fehler ist genau das Gegenteil: Die Seite ist so informativ gebaut, dass der User genau das findet was er sucht. Nur leider verlässt er dann auch meist die Seite wenn er die Information gefunden hat. Gut ist es, wenn man zu der gewünschten Information gleich einen Affiliate-Deeplink auf das Produkt liefern kann. Der User klickt dankend darauf und man verdient dabei noch etwas, obwohl er die Seite verlässt.

Werbung

Layer-Ads sind der Tod für jede kleine Seite und man kann sich solche nur erlauben, wenn man a) in einem Bereich arbeitet, wo Layer üblich sind (z.B: Porno und Gratis) oder b) sehr viele Besucher und eine sehr treue Community hat. Sehe ich eine kleine und unprofessionelle Seite, die dann auch noch Layer-Werbung hat, so bin ich sofort weg. Andere Werbung kann auch falsch verstanden werden: Unpassende Werbung konvertiert schlecht. Gleichzeitig ist sie aber auch seltsam für den User. Wenn ich in einem PC-Forum Kreditwerbung schalte, was soll das? Es gibt über 50 verschiedene Partnerprogramme für Computer, die gut konvertieren und dann auch noch zur Seite passen. Werbung fällt oft ziemlich auf und ein neuer Besucher macht das Thema der Seite auch an der eingeblendeten Werbung fest: Er ist ja themenrelevante Werbung gewohnt! Dass zu viel Werbung die Absprungrate erhöht, braucht man gar nicht erst sagen.

Ladezeit

Die Seite hat 8 Millionen Features und bietet unglaublich viele interaktive Sachen? Schön und gut, aber wenn sie nicht innerhalb von 1-2 Sekunden lädt, dann wird der User gar nicht erst in den Genuß der Seite kommen. Fragt euch einmal selbst, wie lange ihr ausharrt, wenn es einmal bei einer Seite etwas länger dauert. Man wartet relativ lange wenn man die Seite bereits kennt. Aber als neuer User bin ich sehr ungeduldig und denke mir dann oft “Dann eben nicht.”.

Interne Verlinkung

Die interne Verlinkung ist nicht nur für Suchmaschinen wichtig, sondern auch für die User. Wenn meine Seite logisch strukturiert aufgebaut ist und man auf den ersten Blick sieht, was man alles auf der Seite finden kann, dann kann ich durchschnittlich 10-15 Seitenzugriffe oder sogar mehr generieren. Der User denkt in dieser Hinsicht oft blitzschnell: Er überfliegt zuerst den Content auf der Seite, das Design wirkt unterbewusst noch ein wenig mit und danach sieht er sich oft kurz die Menüpunkte an. Zwei Beispiele für Menüs:

  • Kredit – Kredit günstig – Kredit ohne Schufa – Kredit auf Raten – Billiger Kredit
  • oder
  • Hauptseite – Kreditarten – Übliche Konditionen – Kreditvergleich – Tipps für den Kreditabschluss

Wo gibt es auf den ersten Blick wohl nützlichere Informationen? Welches der obigen Menüs sieht nach einer hohen Absprungrate aus und welches nach einer niedrigen? ;-)

Seid kreativ!

Es gibt noch unzählige andere Möglichkeiten die Absprungrate zu verringern. Für WordPress bietet sich beispielsweise das “related posts” Plugin an, das ähnliche Beiträge am Ende jedes Posts auflistet. Eine Kommentarfunktion, bei der man neue Kommentare per E-Mail abonnieren kann, ist auch super. Das Gute an solchen Optimierungen ist, dass sie sofort greifen und nichts mit SEO zu tun haben. Man sollte auch auswerten, welche Unterseite die häufigste Ausstiegsseite ist und warum. Oft liegt es am Content oder an fehlenden weiterführenden Links.

Neue Inhalte testen

Das Ganze ist natürlich ein “Trial and Error” Verfahren. Nützlich ist hierfür der Website Optimizer von Google. Allerdings kann man den Test auch einfach ein paar Tage fahren und dann notfalls die Seite wieder umstellen. Ausprobieren schadet (meistens) nichts und im Prinzip kann man durch Onpage-Optimierungen, auch wenn sich nicht auf SEO beziehen, eine Menge herausholen.

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Kategorie: ContentDesign

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Suchmaschinenoptimierung buchen

About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.

RSSComments (10)

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  1. Sascha sagt:

    Super Artikel!!! Das eine kleine Veränderung wie die Überschrift in deinem Falle die Grafik solch einen Einfluss bei einem Webshop hat ist schon Wahnsinn.

  2. Denis sagt:

    Für mich ist wichtig, dass der User möglichst schnell das findet, was er sucht und dann natürlich auch Umsatz generiert . ;-) Dabei ist mir eigentlich egal, wieviele weitere Unterseiten der Besucher angegklickt hat. Wenn ein User auf einer meiner Unterseiten sofort das findet, was er will, dann ist das doch ein gutes Zeichen. Jetzt klickt dieser User auf einen Affiliate-Link und kauft. Optimal. In diesem Fall wird der User aber als “direkt abgesprungen” gewertet, da er keine weiteren Unterseiten angeklickt hat und durch den Affiliate-Link die Seite “sofort” verlassen hat.

    Deshalb sehe ich die “Absprungrate” nicht unbedingt als Qualitätskriterium. Es kommt immer darauf an, welche Ziele verfolgt werden. Und gerade bei Shops ist doch wichtig, dass die Leute Umsatz machen und nicht, wie oft sie auf der Seite rumgeklickt haben.

  3. [...] Absprungrate verringern (22.05.2008): Oftmals ist es erfolgreicher, die bereits gewonnenen Besucher auf einer Website zu halten, als für noch mehr Besucher zu sorgen. Dieses kann man unter Anderem durch eine Minimierung der Absprungrate erreichen. Wie das geht, zeigt Julian. [...]

  4. Alex sagt:

    Naja,
    45% finde ich auch schon heftig. Bei meinen Seiten liegt sie zwischen 20 und 40%. Optimieren kann man aber immer. Werde es mal mit der Grafik probieren.

  5. David sagt:

    @alex: Die Absprungrate ist auch immer abhängig von der Herkunft der Besucher. Eine breit gestreute AdWords Kampagne à 5 Cent pro Click darf ruhig mal 60% Absprungrate haben, bei einer spezialisierten Kampagne mit deutlich höheren Clickpreisen sollte dieser Wert natürlich deutlich niedriger sein.

    Das gleiche gilt dann natürlich für organischen SE Traffic – je definierter die Begriffe, desto geringer die Absprungrate – aber oft gleichzeitig weniger Traffic.

    Landingpage Design is schon eine Kunst für sich – bei den natürlichen Rankings ist das ganze noch deutlich schwerer als bei Landingpages für Anzeigen, da man weniger Freiheit hat was den Content angeht.

    Die H1 Überschrift hast du hoffentlich nur per CSS durch eine Grafik ausgetauscht…;)

  6. Alex sagt:

    Naja gut. Adwords usw. nutze ich ja nicht. Das mit der Grafik werde ich ausprobieren.
    Landingpage Optimierung ist wirklich ne Kunst. Ich habe mehrere Sachen versucht. Zuviel Text schreckt ab und die Ladezeit muss schnell sein, da hilft auch schon mal ein eigener Server ;-) . Bin eigentlich ein Feind von Grafik schnickschnack. Mal schauen wie es sich entwickelt.
    PS: werde es mit der Klugheiten Seite testen und wieder berichten. Da liegt die Absprungrate momentan bei 35%.

  7. [...] unterschätztes Thema. Die Seokratie hat sich deswegen mit einem Post damit beschäftigt, wie man die Absprungrate verringern kann. Und schlecht für das Ranking dürfte eine geringere Absprungrate auch nicht sein. [...]

  8. [...] etwas länger auf der Seite bleiben. Tipps, wie man die Absprungrate verringern kann, gibt es bei Seokratie, Cywhale und im flexib-Blog. « Blog-Einträge nicht auf der Startseite anzeigen Eintrag [...]

  9. nanokultur sagt:

    Ähm, ja? Aber vielleicht haben die User auch genau das gefunden, was sie Suchen?

  10. beric sagt:

    Das Kleinigkeiten große Wirkungen haben war mir lange nicht bewusst. Das Buttonfarben über Umsätze entscheiden, und nicht unerheblich, ist manchmal nicht nachvollziehbar!

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