Aus der Linkhölle auferstehen mit den Bing Webmastertools!
Seit dem letzten Penguin Update besteht die Hauptaufgabe einiger SEOs darin, die bisherigen Links entweder umzubauen oder zu entfernen. Egal ob man jetzt selbst schuld war, oder ein Mitbewerber negatives SEO betrieben hat: Manchmal sind die verlinkenden Webmaster nicht erreichbar und die Links können schlichtweg nicht mehr entfernt werden. Bing (nicht Google!) bietet jetzt seit gestern die Möglichkeit an, dass man in den Webmastertools Links “ausschalten” kann, denen man selbst nicht vertraut. Diese Links werden dann nicht mehr gewertet, eventuelle Penalties werden so gelöst. Auch dreisten negative SEO Angeboten kann man so den Hahn abdrehen.

- Nie wieder Linkhölle dank Bing!
Die perfekte Lösung
Ich erinnere mich, dass ich schon vor langem einmal mit vielen SEOs darüber geredet habe, ob so etwas nicht sinnvoll wäre. Unter anderem kam uns auch der Gedanke, dass Suchmaschinen ein “geheimes” Nofollow einführen könnten: Bei Linkverkauf würden die Links so von aussen zwar nach “juicy” Links aussehen, aber der linkGEBENDE Webmaster könnte sie insgeheim in den Webmastertools auf “nofollow” stellen. Linkkäufer könnten so niemals sicher sein, ob ein Link gewertet wird oder nicht.
Bing: State of the Art
Die Lösung von Bing gefällt mir als SEO natürlich viel besser. Jeder hat Links, die er lieber nicht hätte. So habe ich zum Beispiel letztes Jahr einen Blog gekauft, der vorher massiv Blogkommentarspam betrieben hat. Diese Links kann ich leider nicht entfernen. Mit der neuen Möglichkeit von Bing geht es allerdings. Gaaaaanz großes Lob an Bing!!!
Die Gefahr…
…für eine Suchmaschine darf man natürlich auch nicht unterschätzen. So könnte man als SEO ziemlich gut diverse Testings machen, welche Links etwas bringen und welche nicht. Außerdem ist es fast ungerecht leicht für eine eigentlich sehr spammige Domain, ihre “bösen” alten Links zu entwerten und somit von den Toten aufzuerstehen. So mancher ist letztlich zu Recht unten angekommen. Als gewiefter SEO könnte man eine Domain mit Links zuballern ohne Ende – wenn es negative Effekte hat, kann man die Links ja einfach wieder entfernen.
Moralisch gedacht
Ist es wirklich gerecht für eine Domain, die ja auch ein gesamtes Unternehmen repräsentieren kann, dass sie für einen Fehler niemals wieder in die Suchergebnisse kommt? Mit einem Reinclusion Request kann man ja wieder hineinkommen (d.h. Google kann bestimmte Links intern entwerten) – wieso also nicht den Webmastern auch die Möglichkeit geben, das selbst zu tun? Ob die Links jetzt tatsächlich entfernt wurden oder nur “gedanklich” ist doch letztlich egal, oder?
Wie ist Eure Meinung? Sollte Google das auch anbieten?
Bild: Copyright: Robert Adrian Hillman / Shutterstock.com
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Kommentare (15)
Reaktionen auf diesen Beitrag
- Top 10 der Woche 26/12 « Wochenrückblicke | 1. Juli 2012







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Der Grund warum Google das nicht anbietet und lieber intern regelt hast du wahrscheinlich in “Die Gefahr…” genannt. Denn dadurch wäre es viel einfacher Schwachstellen im Algo zu analysieren oder Lücken wo die Filter nicht greifen auszunutzen. So würde Google seiner winzigen und unliebsamen Zielgruppe der SEOs einen Gefallen tun, aber seine “Hauptdirektive” gefährden (also gute Suchergebnisse bringen).
Bing kann sich durch die Maßnahme wenigstens einbisschen Buzz holen. Ausserdem ist deren Algo noch nicht soweit wie der von Google, dass die Maßnahme eventuell sogar eine Notwendigkeit darstellt (reine Mutmaßung…)
Laut Martin Mißfeldt seiner Infografik baust du die Urhebernennung bzw. Quelle des Bildes nicht ganz korrekt ein. Also “Shutterstock” muss nach dieser unters Bild oder ins Impressum. Siehe http://www.bildersuche.org/lizenzfreie-bilder-was-beachten-infografik.php
)
Als praktizierender Nerd musste ich das natürlich nachprüfen
Ist sicherlich keine schlechte Idee und kein schlechtes Tool von Bing. Ist die Frage, ob man damit tatsächlich so stark spielen kann, wie du vermutest. Ich kann nur hoffen, dass sie dort ein paar Sicherheitstüren eingebaut haben und somit die Links z.B. erst in meinem bestimmten zeitlichen Rahmen entwerten etc. oder man nur ein bestimmtes Kontingent erhält pro Monat.
Ich denke schon, dass Google es anbieten sollte, nur eben mit ein paar Einschränkungen, wie oben beschrieben.
Einerseits wäre es natürlich super, wenn auch Google so eine Funktion einbauen würde. Immerhin hat Google den größten Einfluss hier in Deutschland.
Andererseits wird es dann sicherlich für Backlink-Tools & Co. schwierig solche Links entsprechend zu bewerten. Wer dann einfach die Links von seinem Konkurrenten kopiert, könnte ne nette Überraschung erleben
@Sabrina
Nunja, ich glaube das würd Google eh nicht interessieren, ob Sistrix, Searchmetrics oder andere Dienste tatsächlich die Links gewichten können.
Persönlich find ich die Gedanken von Julian ziemlich gut getroffen, wobei es natürlich moralisch fraglich ist, denn keiner weiß mehr, welche Kraft ein Link besitzt, ob nofollow, dofollow, gänzlich wertlos – Für Suchmaschinen wahrscheinlich das Non Plus Ultra, wenn der SEO im dunklen herum tabt. Für die SEOs ansich schmerzhaft und zeitintensiv, zwecks Findung einer neuen Kennzahl.
Allgemein denk ich schon, dass das Beispiel Holzspielzeugdiscount gezeigt hat, dass es seitens der Suchmaschinen eine Möglichkeit geben sollte. NegativSeo scheint immer prominenter zu werden und auch an Webseiten hängen mehrere Existenzen. Ich bin gespannt
Klar würde ich mir das auch von Google wünschen. Meine Seiten erhalten über Bing leider so gut wie gar keinen Traffic.
Hi, ne am Bild oder am Ende der Seite muss der Autor genannt sein
Das wäre natürlich ein Traum für alle, wenn es diese Funktion auch bei Google gäbe. Machen sie aber nicht, weil sie – wie oben beschrieben – damit rechnen müssen, daß ihr so geheimer Algorythmus dann bald offengelegt wird.


Außerdem wäre es viel zuviel Service.
@Timo: Wer hat schon Traffix jenseits von Google?
Gruß, Max
Vielleicht müssen wir uns auch einfach mit der Tatsache anfreunden, dass “die Sache mit den Links” ein und für alle mal AUSGELUTSCHT ist.
Als Beimischung für eine umfassende Marketingkampagne können auch künstlich ein paar Links erzeugt werden, vielleicht in der Größenordnung bis 5% des Gesamtaufwandes.
Ansonsten ist der Linkbuilding oder Spamzug einfach abgefahren. Dass einige SUMAS nicht in der Lage sind einen ordentlichen ALGO zusammenzuschrauben widerspricht dieser Theorie nicht.
WIR haben Google groß gemacht und nun sollten wir uns über unsere Dummheit nicht weiter ärgern sondern neue Wege suchen.
Zur Not müssen wir umschulen.
Das Problem könnte man auch lösen, in dem ein Link generel nie negative auswirkungen hätte. Ein schlechter Link könnte ja einfach nichts wert sein und fertig.
In großen Projekten mit mehr als 1000 Links möchte ich nicht per Hand alle “negativen” Links raus suchen müssen…
@SeoLike: Es hat schon seinen Grund, warum negative Links aus Sicht von Google auch negativ wirken sollen. Ich glaube hier geht es um Erziehung der Webmaster. Das crawlen von Linkspam kostet einen Haufen Ressourcen. Auch unsere Lieblingssuchmaschine hat nicht unendlich Rechenpower. Indem ich Linkspamer aus dem Index entferne habe ein bestehendes Problem gelöst und gleichzietig ein Zeichen für andere gesetzt. In der Folge wird kaum noch jemand einen Haufen eigene Energie in Linkspam stecken, wenn er damit sowieso die Domain ins Nirvana schickt.
Ist ein Argument. Ist halt nur echt doof wenn man von einem Konkurenten mit “schlechten” Links beglückt wird.
Da hast du natürlich recht. Da kann man eigentlich nur ein sicheres Fundament aufbauen. Je stabiler das Linkprofil deiner Seite steht, desto teurer wirds für deinen Konkurrenten, deine Seite abzuschießen.
Hallo zusammen,
bin gerade durch Zufall auf den Artikel gestoßen. Hatte ihn schon im Juni gelesen, aber gerade nochmal die Kommentare dazu durchgelesen. Interessant finde ich, dass keiner angemerkt hat, dass es zum Einen ein riesen Aufwand werden könnte, wenn Firmen mit tausenden von Backlinks nun anfangen müssten und regelmäßig auch noch die Links durchschauen müssten um dann die schlechten zu entwerten. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber irgendwie kann es das dann auch nicht sein oder was meint ihr? So könnte man die Konkurrenz natürlich auch auf Trab halten, wenn man die mit schlechten Links zu bombardiert. Der andere Punkt, bei dem mir jetzt wahrscheinlich einige widersprechen werden ist der, dass hier mal wieder all diejenigen Seiten “bestraft” werden würden, die die Google Webmaster Tools bewusst oder unbewusst nicht nutzen. Das würde – insbesonder für KMUs – bedeuten, dass man so gezielt die Konkurrenz abschießen kann und die eigenen schlechten Links immer schön entwertet… die Konkurrenz würde dann lange im Dunkeln tappen, bis sie an einen Experten geraten, der sie aufklärt. Ob das im Sinne von Google wäre… ich wage es zu bezweifeln.
Für mich ist wäre die beste Strategie immer noch die, dass Google schlechte Links ganz einfach entwertet. Das hat meiner Ansicht nach die meisten Vorteile. Denn zum Einen kann man sich nie sicher sein, ob die Links die man gekauft hat überhaupt wirken oder nicht und zum anderen könnte man so die Konkurrenz nicht abschießen, weil die “schädlichen” Links nur einfach keinen Einfluss auf das Ranking hätten. Natürlich würde das vorraussetzen, dass der Google-Algorithmus so gut ist, dass er tatsächlich schlechte bzw. gekaufte Links zuverlässig erkennt. Aber dann wäre das für alle Beteiligten die “sicherste” und beste Variante. Mit Ausnahme der SEOs natürlich.. die würden dann im Dunkeln tappen… aber wer sauber arbeitet, der hätte damit auch kein Problem.
Viele Grüße
Christoph
schön währe es, wenn man dubiose “SHARING/SUCHE” Webseiten die viele fehlerhafte 404 Links zu einem aufbauen ausschalten könnte. Ist schon blöd wenn man immer wieder falsche links via htaccess und 301 umleiten muss. Zu viele 404 fehler können doch sicher auch probleme machen oder?