Nachdem Google Dir verziehen hat: Was tun, um wieder gut zu ranken?

18. Mai 2015  |     |  7 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Es gibt jetzt schon ziemlich lange die „manuellen Maßnahmen“ in den Google Webmastertools und ich frage mich oft, wie sich danach die Strategie von SEO ändert. Interessant zu wissen wäre nämlich, was passiert, wenn man ein zweites Mal in die Maßnahme rutscht. Ist Google dann wieder so nett oder reicht es ihnen irgendwann? Damit es bei Euch gar nicht erst so weit kommt, habe ich heute ein paar Tipps für Euch. 

hahaha-no

Das Problem: Weniger Links, Rankings sind nicht wie zuvor

Ihr habt es also geschafft, aus einer manuellen Penalty wegen unnatürlichen Links herauszukommen (hier steht, wie es geht). In den allermeisten Fällen verbessert sich das Ranking zwar, genauso gute Rankings wie vor der Penalty hat man aber meistens leider nicht mehr. Der Grund: Ihr musstet höchstwahrscheinlich viele Links entfernen lassen oder disavowen, um die manuelle Maßnahme zu entfernen. 40 Prozent sind eher die Regel, bei manchen Webseiten müssen auch 90 Prozent der Links weg. Und diese Links fehlen jetzt natürlich.

Linkbuilding: Links abgebaut und jetzt wieder neue holen?

Eine Penalty wegen unnatürlichen eingehenden Links bekommt man nicht wegen ein oder zwei Links, sondern nur, wenn man mit System vorgegangen ist. Das Schlechteste, was man jetzt tun kann, ist so weitermachen wie bisher. Auch eine „leichte“ Taktikänderung ist nicht zu empfehlen. Ich habe beispielsweise schon bei einer Seite beobachtet, dass nach einer manuellen Penalty nur noch „gute“ Links gekauft wurden. „Gut“ waren in diesem Fall dann höherpreisige Links von Tageszeitungen, die zumindest ich schon seit 2008 als Linkverkäufer namentlich kenne. Google sicher auch.

Google schert sich nicht darum, ob Eure Links „qualitativ gut“ (im Sinne von großen Webseiten) sind oder nicht. Es geht darum, dass die Links nicht gekauft sein dürfen. Besonders die großen Portale, die Links verkaufen, sind jedem bekannt – auch Google. Also was tun?

Geschafft! Die manuelle Maßnahme wurde aufgehoben!

Geschafft! Die manuelle Maßnahme wurde aufgehoben!

So gehst Du nach einem Reinclusion Request vor

1. Sauber bleiben!

Kaufe keine Links mehr. Wirklich, tu es nicht. Es geht auch ohne. Es ist viel schwieriger, aber es funktioniert. Wenn niemand Deine Seite verlinken will ohne Geld zu bekommen, dann ist sie einfach nicht gut genug oder bietet nichts Interessantes! Wenn Ihr nach der ersten Penalty aufräumt und dann wieder eine Penalty bekommt, ist Google sicher nicht mehr so gut auf Euch zu sprechen.

 2. Überwache Deine Links und räume sie so weit es geht auf!

Auch wenn dem Antrag auf Wiederaufnahme stattgegeben wurde, muss das nicht bedeuten, dass alle Links für immer in Ordnung sind. Ich habe schon öfter gesehen, dass Altlasten die Seite immer wieder nach unten drücken. Manchmal ist die manuelle Maßnahme schon gelöst, aber der Pinguin oder andere linkbasierte Filter wirken noch auf die Seite.

3. Sorge für gute Inhalte auf Deiner Webseite

Wenn Du tolle Inhalte auf Deiner Webseite hast, dann kann das Links anziehen. „Guter Content“ ist allerdings auch sehr zeitaufwendig. Überlege Dir aber: Anstatt einen guten Link für 1.000 Euro zu kaufen, was für einen großartigen Artikel könnte man mit diesem Geld (bzw. der Arbeitszeit) erstellen? Der Link kann in zwei Jahren wieder so schlecht sein, dass Du ihn abbauen musst – und die 1.000 Euro sind dann weg. Der Content hingegen bleibt auch in zwei Jahren gut, je nach Thema vielleicht auch in fünf! Und gute Inhalte wird Google niemals abstrafen! Wie Du gute Ideen für Inhalte findest, kannst Du hier nachlesen.

 4. Optimiere Deine Seite Onpage und in Sachen Usability

Onpage-Änderungen schlagen mehr ein als jemals zuvor! Titles und Descriptions sind so wichtig wie nie zuvor! Usability wirkt sich ebenfalls 2015 sehr stark auf das Ranking aus. Die Algorithmus-Änderungen der letzten Monate hatten sehr viel mit Nutzerverhalten zu tun. Google spricht darüber nicht, weil man nicht will, dass dort auch „Spam“ betrieben wird.

5. Betreibe Online Marketing, kein SEO!

Linkbuilding läuft quasi nebenbei, wenn man gutes Online Marketing macht. Beispiele sind etwa Onpage.org oder auch unser hauseigenes WordPress-Magazin Pressengers. Gerne dürft Ihr Euch dort einmal die Links anschauen. Zumindest wir haben keinen einzigen Link für Pressengers geholt. Stand heute ist eine Domainpopularität von 270, nach 14 Monaten. Und die Besucherzahlen sehen auch gut aus. 🙂

pressengers-besucher

Pressengers Besucherzahlen über Google (organisch).

Links bekommt man, indem man mit den branchenrelevanten Leuten in Kontakt tritt. Ein Beispiel findet Ihr hier. Martin hat einen Link bekommen. Weil ich seinen Blog mag, weil mir die Idee gefiel und weil ich ihn auch persönlich schon lange kenne und schätze. Er hat das sicher nicht wegen des Links getan, aber so geht so etwas eben. Mit den guten Linkgebern muss man persönlich in Kontakt treten und sich wirklich bemühen. Wer dann mit dem 100 Euro Schein wedelt, der wird nicht ernst genommen. Und die, die Links auf ihren Seiten verkaufen, machen das sicher nicht nur für Euch, sondern auch für viele andere. Früher oder später bekommt es dann auch Google mit und Ihr habt den Salat.

Gutes Social Media etwa zählt auch zu gutem Online Marketing. Die Erfolge sind schwer greifbar, weil es nicht um Conversions geht. Social Media ist eher dazu gedacht, eine Marke aufzubauen. Viele Influencer schauen sich allerdings auch Eure Facebook Page an, um herauszufinden, was Ihr so für ein Unternehmen seid. Ist dort tote Hose oder hat man gar negative Posts dort über Euch, dann ist das nicht gut. Je nach Branche solltet Ihr auch Pinterest, Instagram und Youtube in Erwägung ziehen.

Fazit

Das Allerwichtigste ist vor allem eines: Man sollte nicht auf das „böse Google“ schimpfen, sondern sich eingestehen, dass man etwas falsch gemacht hat. Wer genauso weiter macht wie bisher, der wird auch genauso wieder eine Penalty bekommen. Vielleicht melden sich jetzt wieder einige zu Wort, die sagen „Ohne Linkkauf geht es nicht“. Da sage ich nur: Zurück in die Mottenkiste mit Euch! 🙂

Nein, aber im Ernst: Man sollte das Ganze einmal ein paar Jahre weiterdenken. Google wird immer besser im Erkennen von unnatürlichen Linkmustern. Wenn man schon einmal erwischt wurde, sollte man seine Strategie dringend ändern. Auch wirtschaftlich rechnet sich das: Das Geld in Link(kauf) investiert, ist eine sehr unsichere Anlage. Gute Inhalte bleiben gute Inhalte, egal was der Algorithmus macht.

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7 Kommentare

  • Libeth

    “ … Links bekommt man, indem man mit den branchenrelevanten Leuten in Kontakt tritt … “
    und dann das Beispiel „SEO zu SEO“ ))) wunderbar! Nur ist das draussen im Leben, in einer umkämpften Branche ausgeschlossen. Da ist der Andere der Feind.
    Ansonsten, wie immer, lesenswert.

  • Vielen Dank für diese kompakte Anleitung. Wer nach einer Abstrafung genauso weiter macht wie bisher, der hat einfach den Warnschuss von Google nicht verstanden und den nächsten Penalty mehr als verdient. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Webmaster tatsächlich so weiter machen würde wie bisher.

  • Ich finde in diesem Beitrag wurde alles auf den Punkt gebracht. Nichts ist wichtiger, als guter und uniquer Content gepaart mit einer einwandfreien technischen Struktur und auf den Kunden abgestimmte Usability.
    So kommen die nachhaltigsten und besten Links von ganz allein.

  • Julian Dziki

    Hi Libeth,

    Da hast Du vollkommen recht. In manchen Branchen sind sich die Leute wirklich spinnefeind. Deswegen kontaktieren wir Leute außerhalb der Branche, die aber damit auch etwas zu tun haben. Bei einer Schönheitsklinik zum Beispiel kann man einen Modehersteller interviewen, oder auch einen Fotografen. Dann hat man nicht die Konkurrenz, aber auch branchen-relevante Leute.

  • Hi Julian,

    schön, dass du meinen Themenvorschlag sofort aufgegriffen und umgesetzt hast 🙂 Danke

    Der Blogartikel ist gut – bei dir hört sich das in der Tat so easy an 🙂 die Umsetzung „draußen“ in anderen Branchen ist in der Tat nicht so einfach, wie es scheint.

    Viele Grüße

    Maximilian

  • Weiß jemand, ob der Page Range von Google noch Relevant ist oder nicht mehr so wie früher ? Über eine Nachricht würde ich mich sehr freuen 🙂

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