sistrix

Blogschrott für 6.000 € verkauft

Eine kleine Info am Rande: Der Verkaufspreis von Blogschrott ist seit kurzem öffentlich. Der Blog von Yannick Eckl ging für 6.000 Euro über den Ladentisch. Ich habe den Verkauf damals live mitbekommen und auch mit Yannick geredet. Schön, einmal zu erfahren, wie denn der Preis für einen guten Blog steht.

Fakten

Blogschrott.net hatte damals 262.000 Besucher pro Jahr – also rund 800 Besucher am Tag. Die Einnahmen betrugen dabei jährlich etwa 4.000 Euro. Ich selbst habe noch nie einen Blog verkauft (allerdings schon einige kleine gekauft) und frage mich, was man denn für Seokratie verlangen könnte? :-) Bloß ein Witz – man muss ja nicht alles für Geld machen.

Yannicks Verkauf war allerdings für beide Seiten ein guter Deal – Gerald und Yannick kennen sich ja sehr gut. Der Preis hätte natürlich höher liegen können – angesichts der jährlichen Einnahmen war er aber sogar etwas zu hoch.

Einnahmen x12 = Verkaufspreis

Normalerweise bewegen sich die Verkaufspreise von Webprojekten bei den Einnahmen x 12. Eigentlich eine recht faire Sache für beide Seiten. Meist ist ein Kauf allerdings lohnender als ein Verkauf. Projekte zu kaufen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Oft nimmt der Traffic nach dem Verkauf massiv ab. Die Gründe sind vielfältig: Fake Traffic, Gekaufte (und weggebrochene) Links oder einfach falsche Angaben. Daher sind alle Projektkäufer grundsätzlich sehr vorsichtig und fragen lieber 3x nach, als hinterher im Regen zu stehen.

Unerfahrene Web-User sollten daher niemals ein Projekt kaufen. Meiner Erfahrung nach ist bei z.b. bei Ebay nur eines von 20 Projekten wirklich einigermaßen seriös. Bei Sedo sieht es natürlich anders aus – hier sind aber die Verkaufspreise höher und die Verkäufer haben oft völlig überzogene Preisvorstellungen.

Niemals verkaufen!

Meine persönliche Erfahrung ist: Niemals (!) sollte man ein Projekt verkaufen – auch wenn es noch so daherdümpelt und in 1.000 Sandboxen ist. Auch bei Geldnot oder “ich will in was Neues investieren” sollte man nicht einfach Kapital durch den Verkauf von Webprojekten freimachen. Nirgends sonst erhöhen sich die Preise derart, wie im Domain- und Internetprojektbusiness.

Gerade bei neuen Projekten heißt es daher: Abwarten. In meiner kurzen Zeit als SEO habe ich so viele krasse Rankingschübe von meinen und anderen neuen Domains erlebt, dass man wirklich nicht verkaufen sollte. Ein Blog eines befreundeten Webdesigners z.b. ging innerhalb eines Tages (!) von 50 Uniques auf 3.000 Besucher pro Tag nach oben und erfreut sich seitdem irrer Besucherzahlen. Es waren einfach mehrere Filter auf der Domain, die – schwups! – eines Tages einfach wegfielen.

Und ganz ehrlich: Mir hat bisher jedes Mal das Herz geblutet, wenn ich ein Projekt verkauft habe. Vielleicht kaufe ich sie ja eines Tages zurück.

Projektkauf statt Linkkauf

Während man Links monatlich bezahlt, muss man für ein Projekt nur einmal Geld ausgeben. Klingt zunächst eigentlich prima? Fragt mal euren Steuerberater. :-( Projekte sind nämlich Firmeneigentum und  ab einem gewissen Kaufpreis nicht sofort absetzbar, sondern auf 3 oder 5 Jahre.

Zu guter Letzt noch ein sehr guter Domainblog, der sich auch in meiner Blogrolle und natürlich in meinem Feedreader befindet: Domainsmalltalk.com . Für Domaining bin ich aber nicht geschaffen – das ist eine völlig andere Welt. :-)

Verwandte Artikel:

  1. Basic Thinking wird verkauftDer größte deutsche Blog Basicthinking.de wird verkauft. Der AlphaBlogger Robert Basic hat sich zu einem Verkauf entschlossen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich um seinen Blog immer einen großen Bogen...
  2. Kauf eines InternetprojektsEigentlich wollte ich in Teil 3: Monetarisierung von Internetprojekten über den Verkauf eines Projektes schreiben. Allerdings gibt es keine wirklichen Tipps für den Verkauf. Naja, schon einige, aber prinzipiell muss...
  3. Website-Einnahmen vorhersehen?Neulich bekam ich eine E-Mail und jemand fragte, ob und wie man die Einnahmen einer Webseite vorraussagen kann. Kann man das? Eine kurze Brainstorming Liste, was so alles mit den...
  4. Webprojekte kaufen: Internetseiten als GeldanlageEs liegt nahe, dass man nicht immer eine neue Webseite erstellen und mit Backlinks versorgen muss, sondern auch mal ganze Webprojekte kaufen kann. Ich habe das schon relativ oft getan...
  5. Monetarisierung von Internetprojekten 1Wer ein neues Internetprojekt auf die Beine stellt, der sollte sich zuallererst Gedanken über die Monetarisierungsmöglichkeiten machen. Im Klartext: Wie kann ich Geld mit dem Projekt verdienen und wie viel...

Kategorie: Allgemein

Tags:

Suchmaschinenoptimierung buchen

About the Author: Julian Dziki is an SEO, Online Marketer & Affiliate since 2007.

RSSComments (8)

Hinterlasse einen Kommentar

  1. SEOnaut sagt:

    Naja, ganz so klammern würde ich dann doch nicht. Ich habe wirklich viele Domains die echt keinen SInn mehr ergeben. Muss man halt seler einschätzen, wie verkohlt sie sind ;-)

  2. fabian sagt:

    Wie kommst Du auf die x12-Regel?
    Meiner Erfahrung und den Gesprächen mit Investoren und Leuten die verkauft haben richtet sich der Verkaufpreis nach ganz anderen Kriterien (Deshalb wird ja auch so oft Stillschweigen vereinbart :-) )
    studivz hat ja keine 80.000.000 / 12 Einnahmen 2007 gemacht..

  3. Marcus sagt:

    Naja, bei “guten Projekten” greift auch eher die x24 Regel…

  4. J sagt:

    Für neue Projekte verbringe ich meist sehr viel Zeit mit der Domainsuche. Die ist immerhin sehr wichtig und sollte sich im nachhinein auch nicht mehr ändern. Und einige meiner Projekte sind zwar von den Einnahmen her nicht viel Wert vom Domainwert allerdings schon :-)
    Allerdings ist es für solche Projekte noch schwieriger Käufer zu finden als für Projekte mit 0815 Domains. Zumindest wenn man sowohl den Domainwert als auch den Projektwert monetarisiert bekommen möchte!

  5. [...] wie berechnet man den Wert eines Projekts. Julian von seokratie.de meint, dass man die Einnahmen mit 12 multiplizieren sollte. Dies wäre eine faire Summe für beide Parteien. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, [...]

  6. Yannick Eckl sagt:

    Ach und wegen dem Kauf von Projekten und Absetzung von der Steuer.. Kannst ja mal nett fragen, ob der Verkäufer Dir auch was “anderes” berechnet ;)

  7. Vincent sagt:

    Ich habe auch erst mit dem Gedanken gespielt, mein persönliches Blog zu verkaufen. Doch da dieses sofort mit meinem Namen in Verbindung gebracht wird, habe ich es dann doch gelassen. Anders sieht es meiner Meinung nach bei Themen-Blogs aus.

  8. Manuel Fuchs sagt:

    Also mit dem Kaufen und Verkaufen ist das so ne Sache. Ich persönlich kaufe auch lieber, als dass ich verkaufe … aber meiner Meinung nach zeichnet sich ein guter Marketeer dadurch aus, dass er gezielt Projekte “hält” und eben auch geplant verkauft – insbesondere dann, wenn sich die Interessenslage verändert oder der Unternehmensfokus angepasst wird.

Die Kommentarfunktion ist bei älteren Artikeln deaktiviert.