Advertorials und Sponsored Posts: Eine unbequeme Wahrheit

22. Mai 2013  |     |  40 Kommentare
Ein Beitrag von Julian Dziki

Advertorials sind momentan für viele SEOs „State of the Art„. Warum? Nun, es handelt sich dabei um eine sehr einfache und scheinbar für manche auch kluge Form um an „trusted“ Links zu kommen. Linkkauf ist ja verboten. Advertorials scheinen für manche hingegen etwas völlig anderes zu sein.  Es klingt halt auch einfach „cooler“ als Linkkauf. Spätestens seit der Ankündigung eines neuen Pinguin Algorithmus scheinen manche verunsichert, während andere fröhlich mit dem Modewort „Advertorial“ weitermachen.

Matt-Cutts-Linkbuying-Advertorials

Was sind Advertorials oder Sponsored Posts?

„Ein Advertorial – gebildet als Kofferwort aus englisch advertisement (‚Anzeige‘) und editorial (‚Leitartikel‘) – oder auch Adverticle (zu advertisment und article) oder Publireportage ist die redaktionelle Aufmachung einer Werbeanzeige, die den Anschein eines redaktionellen Beitrages erwecken soll.“ Quelle Wikipedia

Ein Beispiel für einen Sponsored Post findet man beispielsweise auf T3N.de in einem Artikel über Microsoft Office 365. Microsoft hat T3N dafür Geld gezahlt. Ist das schlimm? Keineswegs! Erstens ist der Beitrag korrekt als „Sponsored Post“ gekennzeichnet und was das ist, wird sogar gleich erklärt. Zweitens sind alle Links zu Microsoft auf Rel=Nofollow gesetzt, so dass kein Linkjuice vererbt wird. Google hat gegen diese Art von redaktioneller Werbung nichts einzuwenden, im Gegenteil machen sie es selbst (etwa für Google Chrome). Der Link zählt ja nicht für SEO, also kann man ihn auch ruhigen Gewissens kaufen.

Sponsored Posts ohne Nofollow: BÖSE!

Völlig anders sieht die Sache aus, wenn der Link in einem Sponsored Post nicht auf Nofollow gesetzt wird.  In diesem Fall handelt es sich um einen gekauften Link, der nach außen auch noch klar als ein solcher deklariert wird. Beispiele gibt es hierfür auch en masse, aber ich möchte niemanden an den Pranger stellen. Natürlich sind die meisten so „schlau“ und deklarieren nicht öffentlich, dass es sich um einen Sponsored Post handelt – dann kann Google ja nichts machen, oder? Denkste! Meiner Meinung nach reicht schon ein einziger Sponsored Post manchmal aus, um sich Ärger von Google einzuhandeln. Bei vielen natürlich noch mehr, siehe dazu das Beispiel Interflora.

Drei Arten von Sponsored Posts

Fassen wir zusammen:

  1. Sponsored Post gekennzeichnet und „rel=nofollow“: Google Webmaster-Richtlinien konform
  2. Sponsored Post gekennzeichnet und „rel=follow“: offener Verstoß gegen die Google Webmaster Richtlinien
  3. Nicht Sponsored Post gekennzeichnet und „rel=follow“: Vermeintlich tricky und supersneaky, aber eben auch ein Verstoß gegen die Google Webmaster Richtlinien (nebenbei auch rechtlich problematisch)

Woher bekomme ich Sponsored Posts mit Follow?

Linkbörsen

Sponsored Posts mit Follow gibt es an den etwa zwei Dutzend Linkbörsen in Deutschland. Wer hier noch Links kauft (und nichts anderes ist das), der ist selbst schuld. „Wieso? Merkt doch keiner?“ wird sich mancher denken. Nehmen wir an, DomainXYZ.de verkauft Links Sponsored Posts über eine solche Linkbörse. Im Laufe der Zeit kommen da einige zusammen und so gibt es bald zwanzig Sponsored Posts auf der Domain. Wenn nun auch nur fünf der linkkaufenden Domains eine Meldung über unnatürliche Links erhalten und ihre gekauften Links reumütig melden, dann kann Google ziemlich sicher davon ausgehen, dass auf DomainXYZ.de auch weitere, versteckte Sponsored Posts untergebracht wurden und wird eventuell auch manuell nachsehen und siebzehn weitere Meldungen verschicken.

Nebenbei würde ich als Google mir auch die zwanzig Linkkäufer und deren gemeinsame Links anschauen und schwupps! hätte ich wahrscheinlich wieder neue Linkverkäufer gefunden. Und das war jetzt die einfache Erklärung. Wie Google wirklich vorgeht wissen wir nicht, aber sicher haben sie ausgefeiltere Methoden.

Linkbroker

Es gibt auch einzelne Personen oder Firmen, die insgeheim Sponsored Posts anbieten, die „total echt“ nicht erkannt werden. „Ich gebe Dir meine Liste mit tausend Domains nur, wenn Du einen NDA unterschreibst und bestätigst, dass Du kein Google Mitarbeiter bist.“ Ernsthaft? Und wenn ich bemerkt habe, dass mein Konkurrent über diesen Broker Links kauft? Und ich nicht nur schnöde die Links bei Google melden will, sondern auch noch denke, dass ich einen Beweis brauche? Dann schicke ich doch gleich die Liste mit! Davon abgesehen sind die meisten Domains bei mehreren Linkbrokern und Linkbörsen angemeldet, um eine maximale Anzahl an Buchungen zu erhalten.

Tageszeitungen

Auch bei den größten Tageszeitungen Deutschlands kann man Links kaufen. Wir haben sogar schon öfter über das Kontaktformular entsprechende Angebote bekommen. Ab 500 Euro ist man auch bei einem sehr großen Online Blatt dabei, oftmals in eigenen Nachrichtenkategorien wie „Business“ oder „Sonstiges“, die weit unten in der Hierarchie sind. Sieht man sich dann diese Kategorien an, wird einem bewusst, dass auch diese Links nichts als Schrott sind. Während ein Artikel von Treppenliften handelt, geht es in den nächsten fünf Artikeln um günstige Kredite. Hier wird Google ganz besonders sauer, denn diese Links von großen Zeitungen würden eigentlich sehr viel wert sein. Ich bin mir sicher, dass Google hier manuell vorgeht oder vorgehen wird. Ganz ehrlich: Da kann man einen Praktikanten mit ein wenig Erfahrung drei Tage lang darauf ansetzen und er entlarvt die „Linkecken“ vieler Zeitungen ohne große Probleme. Nur ganz wenige machen es aber wirklich so gut, dass sie nicht von außen erkennbar sind – aber auch die werden durch das neue Denunziationsprinzip Probleme bekommen.

Advertorials von privaten, unschuldigen Seiten

Kleine Blogger sind oft froh über sehr kleine Beträge und dafür hasse ich uns SEOs, denn wir machen diese Blogs kaputt. Da werden billigste Produktproben verschickt oder man bietet Bloggern an, einen „Review“ zu schreiben und sie bekommen dafür 30 Euro. Zuerst: Produktproben im Austausch für Links zu verschicken, zählt auch als Linkkauf („Darüber hinaus zählt dazu auch das Senden „kostenloser“ Produkte, wenn Nutzer im Gegenzug etwas darüber schreiben und einen Link einfügen.“ Quelle). Das Gute an kleinen und ehrlichen Blogs: Sie werden zunächst nicht als Linkverkäufer erkannt.

Leider habe ich folgendes schon sehr oft fast immer mit ansehen müssen: Der „unschuldige“ Blogger bekommt eine Anfrage von einem SEO und bekommt für einen kurzen Blogpost 50 Euro. Daraufhin überlegt er sich verständlicherweise, ob und wie er mehr Geld mit seinem Blog verdienen könnte. Kurz darauf findet er obengenannte Linkbörsen und -broker und meldet sich dort an. Wenn man der Erste war, der dort einen Link gekauft hat, sah der Blog vielleicht noch super aus. Besucht man den Blog nach einem Jahr wieder, ist er vollgestopft mit Sponsored Posts, Links in der Sidebar und diversen anderen SEO-Spielereien.

Wie mache ich gute Advertorials?

Gar nicht! Das System der Advertorials ist an sich schon falsch. Redaktionelle Seiten wollen so viel Geld wie möglich verdienen – dadurch werden sie zwangsläufig auf Dauer immer unvorsichtiger mit Sponsored Posts. Nur, wer „hart“ bleibt und immer nofollow auf seine Sponsored Posts setzt, dessen Links zählen auch weiterhin. Google hat sich übrigens auch selbst schon deswegen abgestraft. Gerade mit Pinguin 2.0 rollt eine große Lawine auf uns zu.

Jetzt kommen wir zum Kern der Sache: In dem Moment, in dem T3N Links verkaufen würde, würde ich keinen Link mehr von ihnen wollen. Wie komme ich dann an einen Link von T3N, wenn ich ihn nicht kaufe? 

Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3, usw.

Natürlich werden jetzt manche sagen, dass ich es mit dem SEO Blog einfach habe, Links von T3N zu bekommen. Links für einen Online Shop zu bekommen, ist da weitaus schwieriger. Aber genau das ist eben SEO und nicht nur das bloße Drücken auf den „Kaufen“ Button bei Linkportalen. So etwas ist kein SEO, auch wenn man damit bessere Rankings bekommen kann. Noch.

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40 Kommentare

  • KillerGameKO

    Ich würde den Teufel jetzt nicht an die Wand malen. Ads sind nachwievor eine gute Sache und ADs die auf no-follow gesetzt sind haben dennoch eine Auswirkung auf die SEO-Ergebnisse. Es wird zwar nicht mehr soviel Power weitergeleitet dennoch bewertet Google die no-follow Links von starken Seiten gut.

  • Axel

    Hi Julian,

    super Sichtweise und super Artikel.

    Ich glaube, ein Problem liegt darin, dass wir Deutschen uns immer eine eigene Wahrheit schaffen müssen: „Es ist von Google nicht zu 100% dementiert, also ist es erlaubt.“

    Dass Advertorials in den USA schon seit Monaten (Jahren?) wieder „out“ sind, registriert man erst nach einer Abstrafung.

    Das führt zu einer Zwickmühle: Einerseits will man seinen Dampf ablassen oder andere schwarze Schafe warnen. Andererseits will man sich ja auch nicht die Blöße geben, blindlings in eine Penalty gelaufen zu sein.

    Also sitzt man als kleiner Dummbatz weiter vor seinem Computer und tüftelt an neuen Methoden, Google auszutricksen.

    Ein Teufelskreis.

  • knudhanssen

    Hallo Julian, Du hast einen sehr ehrlichen Ansatz. Ich halte den allerdings für übertrieben korrekt. Google ist kein Regelwerk, sondern eine von Menschen geschaffene Rechenmaschine. Gestern Domainfarmen, heute Advertorial-Links morgen vielleicht nur noch Deine Beispiele.

    Wer weiß das schon genau. das hin und her zwischen Google und den SEOs ist auch ein Quell unseres Marktes.
    Gruß Knud

  • Karsten

    Dann soll Google halt mal alle Tageszeitungen die das anbieten mit abstrafen und nicht nur die Seo`s… Scheint ja ein recht gutes Geschäft für die zu sein…

  • Florian

    Ich finde solche Artikel immer süß zu lesen. Besonders geil ist es immer, dass solche Artikel von Leuten kommen, die selbst SEO und insbesondere Linkbuilding als Dienstleistung anbieten.

    Ganz ehrlich, es hat immer so funktioniert und jetzt, wo Google die Pinguine rausläßt, kommt jeder dahergelaufe SEO als Moralapostel an, predigt Wein und trinkt selbst weiter Wasser. Es schafft kein Mensch (SEO-Dienstleister), nachhaltige, wertige und dauerhafte Links von trusted Quellen für eine Vielzahl von SEO-Kunden aufzubauen ohne dabei einfache Wege zu gehen. Wenn er es doch versucht, dann scheitert er entweder durch Mmangelnde Ergebnisse oder muss seine Dienstleitung so teuer machen, dass er nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

    Wenn es soweit kommt, dass Google jegliche Links bei denen eine Gegenleistung geflossen ist, erkennt, dann ist der gesamte Linkbuilding Markt tot und SEO überlebt lediglich als Consulting-Dienstleistung.

  • @Florian: Hört! Hört! 🙂

  • Politisch korrekt geschrieben. Es ist auf jedenfall auch wichtig zu sehen wie man es machen sollte bzw. was von Google nicht gewollt ist. Nachher darf sich halt keiner Beschweren 😉 falls etwas passiert. Google macht hier leider die Regeln.

  • Karsten

    Ich habe hier noch keinen Advertorial Shop gesehen :/

  • Interessant ist ja hierbei noch das rechtliche. Verlage und redaktionell geführte Seiten müssen ja eigentlich den werblichen Inhalt vom redaktionellen Teil trennen und kennzeichnen…deswegen gibt’s es dann eben auch nur Advertorials, Werbung, Sponsoren Poststempel etc… Das Problem ist aber auch: die Freunde von diesen Seiten haben keinen blassen Schimmer was follow oder nofollow ist…und manche behaupten auch mit dem CMS was verwendet wird geht die Kennzeichnung nicht. Dann gibt es aber auch noch die ganz lustigen die für die Kennzeichnung von nofollow noch Geld ontop haben wollen…Wenn man sich also an das rechtliche und an die Google Richtlinien hält… Wo soll es dann noch „echte“ follow links geben… Ich denke die sterben aus… Denn alles riecht ja dann immer nach „gekauft“… Und selbst wenn der Link nicht gekauft wurde muss er bei großen Seiten mit Werbung gekennzeichnet und auf nofollow gesetzt werden. Das sterben des FolloFollow-Links Deutschland… :-\

  • Ich denke jeder der vernünftigen Verstandes ist sollte das schon eine Weile so gesehen haben. Aber wie Florian schon sagte: Wenn man es als SEO, der damit Geld verdienen will, wirklich ernsthaft, seriös und nachhaltig machen will der wird in dem Markt keine Chance haben.

    Besonders als Shop wie wir es sind ist es schwer an hochwertige Links zu kommen. Wir haben nun das Glück in einer „familiären Nische“ tätig zu sein. Blogs, Clubseiten etc. linken einfach so mal auf Dich wenn sie von dir überzeugt sind. Aber wenn ich da an Mainstream wie Klamotten, Technik und Co denke ist es wohl (noch mehr) Graus und Abseits der ausgetretenen Pfade denken scheint manchmal schwer 🙂

  • >Sponsored Post gekennzeichnet und “rel=follow”:
    >offener Verstoß gegen die Google Webmaster Richtlinien

    Julian, wenn ich gar kein Webmaster-Konto habe bzw. meine Domains dort nicht registriert habe? Somit gelten keine Webmaster-Richtlinien von Google für mich bzw. meine nicht eingetragene Domain?! 😉

  • Julian

    Danke Denis, made my day! 🙂

  • Denis: So, oder so ähnlich… Ich versuche mal einen Vergleich mit einer „offline“-Situation zu ziehen:
    Niemand zwingt dich einen Führerschein zu machen. Doch wundere dich dann nicht, wenn es dir verwehrt bleibt am Straßenverkehr teilzunehmen 😉

  • mingo

    Hi Julian, kann es sein, dass du mit den Links zu deinen Beispielen die schönen Links von T3N saftig entwertet hast? Man liest ja immer wieder dass Google A-B B-A Strukturen besonders leicht erkennt.
    Oder sind AB BA Links gar nicht soooo schlecht??
    Gruss und Kuss

  • Linda

    Ich frage mich, ob man diese Gründe gegen Linkkauf auch 1:1 auf Linktausch übertragen kann. Ohne jetzt die Google Richtlinien im Detail zu kennen, gehe ich davon aus, dass Linktausch genauso ein Verstoß ist. Demnach funktioniert die Kettenreaktion von denunzieren und abstrafen doch dort genauso. Seht ihr das genauso, oder bleibt Linktausch eher ein Kavaliersdelikt?

  • Verhält sich mit Gastartikeln ja ähnlich, die standen ja auch schon am Pranger. Trotzdem finde ich die eine feine Sache.

    Wie du schon schreibst, man sollte schauen, wo man welchen Content und Link ablädt. Wenn es nicht passt, muss der Linkgeiz eben mal andersrum herhalten: Ich setze nicht über all einen Link auf meine Seite.

  • Tom

    @Florian:
    Genau so sieht es aus!

    Mit ehrlicher SEO Arbeit, ohne Linkkauf / ohne Advertorial / ohne Blogger belohnen…geht es einfach nicht. Allein schon deshalb, weil es die Konkurrenten weiterhin mit Linkkauf weiter nach oben schaffen.

    Desweiteren ist (derzeit) das Preis/Leistungs Verhaeltnis bei ehrlicher SEO Arbeit viel schlechter als bei Linkkauf. Man schafft es einfach nicht. SEO muesste sooo viel mehr teurer sein, dass vermutlich sogar AdWords guenstiger ist.

    Guckt euch nur mal die top 20 der deutschen Onlineshops an. Dann wird euch auffallen das die ALLE Links kaufen! Also hoert doch bitte damit auf ein auf Messia zumachen…wenn Ihr selbst nicht besser seid.

  • Hallo Julian,

    toller Artikel, aber sag mal ehrlich – in deinen Posts kritisierst du fast alle Linkbuilding Aktivitäten als Spam! Würde mich schon Mal interessieren wie deine Agentur vor geht, ich schätze etwas vorsichtiger, aber im Großen und Ganzen ja auch nicht anderes wie der Rest von uns oder habt ihr einen Packt mit Google abgeschlossen? 🙂

  • Marcus

    Hi Julian,
    ein wirklich guter Artikel. Viele Kommentatoren kritisieren Deine Sichtweise. Das klingt allerdings in meinen Ohren sehr nach dem alten dt. Sprichwort „Die Wahrheit ist ein bitt’rer Trank und wer sie braut hat selten Dank, denn der Menge schwacher Magen kann sie nur verdünnt vertragen.“
    Ich muss gestehen, dass ich persönlich nicht besonders glücklich über die „harte“ Gangart von Google bin aber Google macht sein Handeln nun mal nicht davon abhängig, ob wir dies billigen oder nicht.
    Es gibt einige SEOs, die sich hinstellen und sich über die veränderten Bedingungen freuen, da sich ja nun SEO-mäßig die „Spreu vom Weizen“ trennt aber ich wäre ehrlich gesagt froh, wenn ich meine Privat-Projekte neben meinem Job auch weiterhin noch ohne großen Aufwand durch gekaufte und getauschte Links nach vorne bringen könnte.
    Die Zeiten, in denen man auch die noch so besch… Domain für heftige Moneykeywords durch das Setzen von vielen gekauften Links auerhaft nach vorne bringen konnte, sind endgültig vorbei. Ob man nun über die Google Updates der letzten 2-2 Jahre glücklich ist oder nicht, es wird nichts daran ändern, dass sich die Spielregeln geändert haben.
    Man sieht zwar noch viele Domains, die mit Schrottlinks für sehr interessante Keywords gut ranken aber das kann schon morgen vorbei sein. Matt Cutts hat ja auf Kritik, dass auch nach Pinguin 3 noch immer viele Seiten mit schlechten und gekauften Links gut ranken, angedeutet, dass in den nächsten Monaten noch einiges kommen wird.
    Ich denke, dass Du hier einfach eine Wahrheit verkündest, über die sich jeder SEO eigentlich bereits seit längerem im Klaren sein sollte, es sich aber vielleicht selbst nicht eingestehen wollte. Die, die Dich kritisieren, dass Du „Wasser predigst und selbst Wein trinkst“ (so heißt das Sprichwort eigentlich) sollten vielleicht mal Deinen Post http://www.seokratie.de/der-panda-wirkt-auch-in-die-andere-richtung/ durchlesen.
    Respekt für Dein Eingeständniss, dass Du auch vor gar nicht so langer Zeit noch anders gedacht hast.
    Guter Content ist sicherlich der Weg, den man als guter SEO einschlagen sollte. Ohne Links wird es auch in absehbarer Zeit nicht gehen aber Linkkauf oder Linktausch en gros sollte bei allen seriösen SEO-Dienstleistern eigentlich nicht mehr an Nummer Eins stehen.
    Ich bekomme nach wie vor fast täglich Angebote von Kauf- und Mietlinks in allen Preisklassen. Erschreckend ist dabei allerdings, dass viele der Angebote unter dem „Deckmantel“ von Contentmarketing und Linkbaits kommen. Es gibt leider Dienstleister, die versuchen den Erfolg Ihrer Linkbaits durch gekaufte Links (alltbekannte Linkverkäufer) zu pimpen. Man findet unter vorgeschlgenen Zielen für das Seeding von Linkbaits, etc. leider immer wieder Domains, von denen man schon seit 1-2 Jahren guten Gewissens keinen Link mehr haben wollte. So läuft Contentmarketing gegen die Wand.

  • Julian

    Hallo Marcus,

    Danke! 🙂

  • Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Historisch betrachtet hat Google immer wieder einige Arbeitsweisen der Branche aufgedeckt und geschwächt oder gar eliminiert. Andererseits, was spricht dagegen einen guten Artikel auf einer guten Seite zu platzieren. Das ist doch absolut in Google‘ s Sinne. Wie immer wird es Tendenzen in die eine oder andere Richtung geben. Pauschal läßt sich hier gar nichts beantworten. Also weiter beobachten und testen.

  • Philip

    Hi Julian, erstmal Danke für Deinen Artikel, ich bin ein treuer Leser Deines Blogs 🙂 . Wenn man ehrlich ist: auf fast jeder Website und gerade wie von Dir erwähnt mittlerweile bei den ganzen Tageszeitungen findet man mit nur wenigen Klicks ganz schnell gekaufte Links. Wer sich auch nur ein Bißchen mit dem Thema SEO bzw. Linkbuilding beschäftigt, schaut einfach nur den Artikel an, sieht 2-3 interne Verlinkungen, einen „Trusted“ Link zu Spiegel oder Focus & Co. (wenigstens nicht mehr Wikipedia 🙂 ) und Du kannst zu 99,9% iger Wahrscheinlichkeit nach 10 Sekunden sagen: gekauft! Aber wie einige Vorredner auch gesagt haben: Es funktioniert (noch) und jeder macht es, dementsprechend ist der Konkurrenzdruck mega stark und ohne eine gewisse Masse an Backlinks tut man sich echt schwer. Zudem sind und bleiben Links immer ein Ranking-Faktor (Hinweis auch auf die neuen Searchmetrics Ranking Faktoren). Diesen Ranking-Faktor zu entschärfen bzw. zu beseitigen, würde einen großen Eingriff in den Algorithmus bedeuten, so dass Google seine Philosophie „Wir liefern die besten Suchergebnisse *lach* auf´s Spiel setzen könnte. Daher wird sich da meiner Meinung nach auch zukünftig nicht viel ändern. Ok, sowas wie Social Signals, gerade jetzt dann auch mit G+ können und werden an Bedeutung gewinnen. Dennoch ist der Rankingfaktor „Backlinks“ so in den Algorithmus eingefleischt, den kriegen die da nicht so leicht raus. Google ist eine AG und wir alle wissen, ein extrem Kapitalgetriebenes Unternehmen. Jetzt sehen die, dass in den letzten Jahren das Thema „Linkmarketing“ sich zu einem enormen Geschäftsfeld entwickelt hat, womit sich manche Leute echt ein goldenes Näschen verdienen. Nur leider kann Google von diesem Kuchen nichts abbekommen –>Fazit: Linkkauf wird abgestraft und Google macht mit seinen lustigen Tierchen eine riesen Panik, um diesen Markt einzudämmen. So sind meiner Meinung nach auch die Benachrichtigungen in den GWTs eher ein Versuch, Linkverkäufer zu enttarnen als der Gute Wille, einen Webmaster die Hand zu reichen und ihn vor böswilligen Links zu schützen. Wäre schön, wenn SEO anders funktionieren würde; wie Marcus auch sagt: Nebenbei eigene Projekte einfach mal so hochzuziehen und gut zu positionieren, ist ohne die Masse an LInks heute kaum noch möglich.

    BTW: Content is King, hoffe mein Beitrag bringt Deiner Seite einen Mehrwert 🙂

  • Hallo, Julian. Selbstverständlich ist das System der Advertorials keinesfalls falsch. Diese Werbeform funktioniert seit über 100 Jahren. Dass sie im Netz stattfindet und stattfinden muss ist der völligen Intransparenz von Google, der stetigen UmdenBreiherumlaberei eines Matt Cutts (weil die halt auch nur mit Wasser kochen) und zum guten Teil auch dem Hang der Masse nach Mainstream (deine Wikipedia-Verlinkung belegt es in schöner Deutlichkeit) zu verdanken.

  • Hallo Christian, danke für die nette Aufstellung. 🙂

    Solche Anfragen bekommt man ja immer mal wieder. Deswegen finde ich den Punkt 3 bei „Sponsored Post“ besonders wichtig. Rechtlich bedenklich ist dies auf jeden Fall, in Deutschland nicht erlaubt und kann eine Wettbewerbsklage nach sich ziehen.

    Mich wundert es deswegen auch immer wieder, wie man als Agentur darauf bestehen kann, solche Beiträge nicht als Werbung zu kennzeichnen. Wo das Problem sein soll, verstehe ich auch nicht. Es heißt ja nicht, dass man die Beiträge auch auf noindex setzt, weil man diese als Sponsored Post markiert.

    Oder wie handhabst du dies?

  • Felix

    Hallo Julian,
    danke für diesen Artikel!
    Du hast mir damit weiterhelfen können.

    Liebe Grüße aus Tübingen von Felix

  • Hallo Julian,
    Du hast ja nun mittlerweile extrem viel Resonanz auf Deinen Artikel gefunden. Du kannst mich gerne einmal anrufen und mir Vorschläge unterbreiten, wie man eine Webseite erfolgreich bewerben und auch vermarkten kann.

    Ich bin gespannt. Ich betreibe das Internetportal szeneputzen.de. Hier können sich z.B. alle Firmen kostenlos eintragen. Wir haben tolle Eintragsoptionen (Eigenentwicklung), vergeben dabei aber NoFollow Links.

    Unser diesbezüglicher Service ist kostenlos.

    Ein zahlender Kunde muss profitieren. Sonst zahlt er nicht. Diese Problematik kennt jeder.

    Was Du sagst, erscheint mir sehr korrekt zu sein. Grundsätzlich halte ich mich aber weniger an das, was Google will. Wichtiger ist mir das, was dem Besucher meines Portals gefällt.

    Und wenn Google merkt, dass sich die Besucher auf meinem Portal so verhalten, dass deren Interesse an meinem Angebot entsprechend groß ist, wird Google mich auf Sicht hin in jedem Falle besser beurteilen.

    Meine persönliche Meinung, auch und gerade wegen der häufigen Google Updates in den letzten Jahren: Richtet Eure Aktivitäten an den Interessen Eurer Besucher aus! Überlegt Euch, was dazu führen kann, dass Google merkt, wie gerne die Leute Ere Seite besuchen und Artikel lesen. Weil die Qualität und die Attraktivität passen.

    Google wird Mechanismen entwickeln, mit Hilfe derer Webseiten immer besser ausgelesen werden können. Deshalb wird das Benutzerverhalten auf Sicht hin der wichtigste SEO Faktor werden. Noch wichtiger als Linkaufbau.

    Weil Google genau weiß, dass die Systematik mit gekauften Links nicht der Wahrheit letzter Schluss ist. Denn eines wissen wir doch alle: Wer am meisten Geld hat, und Geld in Linkaufbau investiert, der hat oftmals auch die höchsten Suchmaschinenpositionen, und damit die meisten Zugriffe.

    Ich wünsche Euch allen viel Erfolg! Danke für den in jedem Falle sehr wichtigen Artikel, Julian!

  • Julian

    Hallo Dominikus,

    Du hast völlig Recht! Nutzerverhalten & Co. wird immens wichtig – und ist es auch heute schon.
    Aber:

    Wer am meisten Geld hat, und Geld in Linkaufbau investiert, der hat oftmals auch die höchsten Suchmaschinenpositionen, und damit die meisten Zugriffe.

    Das stimmt heute so nicht mehr ganz. Man muss sein Geld klug investieren. Und wir machen das oft lieber in andere Dinge als in Linkaufbau. Händisch Leute anschreiben und zu überzeugen, dass sie freiwillig einen Link setzen, ist teurer als Linkkauf. Aber langfristig die einzig richtige Variante!

  • Der Artikel zeigt ja eine gute Alternative auf: den redaktionellen Gastbeitrag. Es gibt ja bereits eine ganze von Online-Magazinen und Fachblogs, die das Prinzip mehr oder weniger zum Geschäftsmodell gemacht haben. Die SEOs müssten nur noch ihre Kunden davon überzeugen, dass es Sinn macht, dann kann die Suche nach den schreibenden Kräften losgehen. Die SEOs würden dann ein bischen wie Verleger arbeiten.

  • Hallo Julian,
    danke erstmal für Deine Antwort! 😉

    Im Grunde stimme ich Dir zu, dass man sein Geld klug investieren muss.

    Ich setze für mein Portal http://szeneputzen.de/ ganz klar auf organischen Linkaufbau. Und auf Usibility, sprich Überzeugung und Begeisterung.

    Um anderen helfen zu können, aber auch, weil wir selber von zufriedenen Netzwerkpartnern profitieren dürfen, bieten wir, wie übrigens so manche andere auch, auf http://szeneputzen.de/ kostenlose Einträge in unser Branchenbuch an. Übrigens auch mit Links (Verlinkung).

    Dazu kann man (für die, die es interessiert) auf diesem Szene Portal mit seinem Eintrag jede Menge machen., z.B. jederzeit aktuelle Infos oder Angebote einstellen, oder auch Veranstaltungen / Termine veröffentlichen, die dann (auf Wunsch des Eintragenden / Werbenden) sofort nicht nur in dem Branchenbuch zu finden sind, sondern auch in dem zum Portal ebenfalls dazu gehörenden Veranstaltungskalender.

    Solche Angebote werden gerne genutzt. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, haben sich doch mittlerweile schon tausende Firmen bei uns eingetragen.

    Man kann im Internet auch kostenlos nach Möglichkeiten für kostenlose Firmeneinträge suchen. Es gibt da einiges.

    Darüber hinaus empfiehlt es sich durchaus, mit einem Partner wie Ihnen zusammen zu arbeiten, der händisch Firmen oder Homepage Betreiber anschreibt, um diese zu überzeugen, kostenlos einen Link auf die Website Ihres betreffenden Kunden zu setzen. Das ist ein aufwendiger, aber absolut richtiger Weg.

    Vor allem braucht man so keinerlei Abstrafungen zu befürchten, die zumeist ausgesprochen kostspielig sind.

    Wichtige Voraussetzung, um tolle kostenlose Links zu bekommen, ist allerdings eine eigene für die (je nach Ausrichtung der Webseite) entscheidenden Zielgruppen wertvolle Homepage mit vielen ausgesprochen nützlichen Hinweisen oder Serviceangeboten. Und ein attraktives Design schadet dabei ebenso wenig. 😉

    Alle diese Dinge miteinander vernetzt können zu großen Erfolgen einer Website führen.

    Man bedenke lediglich: Jedes Pferd ist nur so schnell wie sein schwächstes Bein. Wenn eines humpelt, können die Anderen das nie ausgleichen. Es muss alles passen.

    PS: Man sehe mir manches nach: Ich bin kein ausgebildeter SEO Fachmann. Ich bemühe mich, die Dinge aus der Sicht des Nutzers zu betrachten. Und natürlich unserer Portalbesucher. 😉

    Viel Erfolg allen Webseiten Betreibern! Und natürlich Dir, Julian! Der von Dir beschriebene Weg zum (komplett natürlichen) Linkaufbau passt!

  • Dazu kann man (für die, die es interessiert) auf diesem Szene Portal mit seinem Eintrag jede Menge machen., z.B. jederzeit aktuelle Infos oder Angebote einstellen, oder auch Veranstaltungen / Termine veröffentlichen, die dann (auf Wunsch des Eintragenden / Werbenden) sofort nicht nur in dem Branchenbuch zu finden sind, sondern auch in dem zum Portal ebenfalls dazu gehörenden Veranstaltungskalender.Der Artikel zeigt ja eine gute Alternative auf: den redaktionellen Gastbeitrag. Es gibt ja bereits eine ganze von Online-Magazinen und Fachblogs, die das Prinzip mehr oder weniger zum Geschäftsmodell gemacht haben. Die SEOs müssten nur noch ihre Kunden davon überzeugen, dass es Sinn macht, dann kann die Suche nach den schreibenden Kräften losgehen. Die SEOs würden dann ein bischen wie Verleger arbeiten.

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