Adwords und SEO in den Top3
10. Dez 2008
Oft hört man die Frage: “Wenn ich schon auf Platz 1 stehe, macht es dann Sinn auch noch Adwords zu schalten?” Eigentlich sagt jeder, der sich damit auskennt: “Ja!”. Der Grund liegt darin, dass man mehr Klicks auf die organische (also die “normale”) Suche erhält, wenn man zusätzlich noch Adwords schaltet.
20 + 20 = 60
Ich bin zwar nicht gut in Mathe, aber obige Gleichung stimmt für die Thematik “Adwords + SEO”. Jetzt habe ich auch endlich mal einen Beweis gefunden – eine von Google in Auftrag gegebene Studie zu diesem Thema.
Interessant ist hierbei Seite 18 der Studie: Bei den organischen Suchergebnissen bekommt Platz 1 demnach 17 % der Klicks (was auch meiner Erfahrung entspricht). Bucht man zusätzlich Adwords auf Position 4-x, so erhöht sich dieser Wert um ein Prozent, d.h. es klicken 1 % mehr Personen auf die organische Suche (Adwords ist ja klar…).
Bucht man nun aber zusätzlich Top3, also Platz 1-3 in Adwords, die ja bekanntermaßen oft über den Suchergebnissen und nicht rechts daneben stehen, so erhöht sich die Klickrate um 4 %. Statt 17 % klicken also 21 % der Suchenden auf die unbezahlten Ergebnisse, wenn man zusätzlich Adwords auf Position 1-3 bucht.
Nebenbei werden auch Themen wie Brandbidding und generische Keys vs. Markenbegriffe auf den nächsten Seiten genauer dargestellt.
Kaufbereitschaft erhöht
Auch hier nur kurz die Zahlen: Wenn ich mich bei Adwords und organischer Suche jeweils in den Positionen 1-3 bewege, dann erhöht sich die Kaufbereitschaft der Kunden um 8 %. Genau umgekehrt verhält es sich eben, wenn man organisch auf 1 steht, die Konkurrenz allerdings Adwords bucht – die Kaufbereitschaft nimmt hier ab.
Firmenimage wird beeinflusst
Noch ein Hammer: Buche ich Adwords und bin auf Platz 1 in den organischen Serps, mein Konkurrent bucht dagegen nicht und steht unter mir, so habe ich (ausgehend von vorher einem Wert von 100 % bei beiden) nun einen Wert von 117 %, steige also im Ansehen der Suchenden. Mein Konkurrent dagegen bleibt nicht bei 100 %, sondern verliert sogar an Image – er hat einen Wert von 84 % (S. 28).
Fazit
Wenn ich also Adwords buche und mein Konkurrent nicht, dann bin ich sowohl alleine gesehen, als auch im Vergleich mit dem Konkurrenten besser positioniert. Ich erhalte nicht nur mehr Klicks, sondern meine Markenbekanntheit und mein Image steigen enorm.
Wer sich schlau machen will, der sollte unbedingt hier lesen: www.full-value-of-search.de/studies Dort findet man von Google itself in Auftrag gegebene Studien zum Thema Search. Eine richtig coole Ressource! Ich werde mir alles einmal durchlesen und die nächsten Tage über ein paar ausgewählte Themen schreiben.
Ein richtiger Hammer noch zum Schluss: Jeder kennt die Heatmap der Suche (das Dreieck) – hier sieht man die Heatmaps für eine transaktionsorientierte (ich will kaufen) Suche im Vergleich mit einer informationsorientierten Suche (ich will etwas wissen). Interessant, oder?
Wer also eine Info-Seite betreibt, der muss Platz 1 sein.
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Kategorie: Google
About the Author: Obwohl ich mit meinen 24 Lenzen eigentlich noch Geschichte an der LMU München studiere, hat mich 2007 das Thema SEO und Online Marketing gepackt. Seitdem habe ich viele Projekte erstellt und berichte hier über meine Erfahrungen im SEO-Bereich.
Hol dir die Sistrix Toolbox und finde mit einem Klick heraus, mit welchen Keywords deine Konkurrenz in den Top100 steht, wo sie früher stand und wie andere SEOs arbeiten!
Comments (25)
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Sehr interessant die Heatmaps. Aber man muss sich eben nur mal selbst beobachten. Mittlerweile wissen die Leute einfach, dass es auf den Adwords-Links nun mal keine (kostenlosen) Informationen gibt sondern maximal kostenpflichtige wenn nicht sogar irgendwas zum Kaufen.
Man muss sich einfach mal öfter selbst beobachten, dann kann man manch wissenschaftliche Studie vorwegnehmen.
Hallo Jan,
Also ich als SEO suche komplett anders als meine Freundin als “Gelegenheitsnutzer”. Viele wissen auch gar nicht, dass das bezahlte Anzeigen sind.
Sers Julian,
guter Artikel wie immer.
Kann dir Jan da nicht zustimmen. Wir suchen ganz anders und wenn du dir mal die breite Masse an Internetuser ansiehst dann wirst du erstaunt sein wie sich die bei der Suche verhalten.
Und das is glücklicherweise wohl noch immer beim Großteil der surfenden Bevölkerung so.
Find ich interessant. Man sollte aber nicht vergessen, dass google selbst die Studie verfasst hat
Aber stimme Dir zu, Adwords und Adsense machen immer Sinn wenn man mit google Freundschaft schließen will
!
[...] in Auftrag gegeben wurde und als PDF hier zu finden ist. Weitere Infos dazu findest Du auch bei der seokratie oder dem Durchführer der [...]
[...] Top-Position zusätzlich noch Adwords schalten? Dezember 10, 2008 | In Tratsch | Julian ging heute auf die Frage ein, ob es sinnvoll ist zusätzlich Adwords zu schalten, wenn man [...]
@Fabian:
Ja, klar. Die Studie ist prinzipiell mit vorsicht zu genießen. Aber so ein ähnliches Ergebnis gab es schonmal vor einiger Zeit von einem großen amerikanischen Mafo Unternehmen (MarketingSherpa). Insofern denke ich, dass an der Grundaussage etwas dran ist.
@Julian. Danke für den Hinweis – endlich mal wieder aktuelles Zahlenmaterial mit dem man argumentieren kann
Die Formel kannte ich bisher nur unter 10+20=60. Aber egal. hauptsache aktuelles Zahlenmaterial
Grüße aus Berlin
Chris
Hallo,
wer eine Infoseite betreibt, muss nicht Platz 1 sein. Wer was verkauft, kann mittlerweile auch Adwords schalten. Das ist ein Unterschied, denk mal drüber nach
Grüße
Gretus
Von Google in Auftrag gegebene Studien, die vermeintlich belegen, dass man sich selbst bei besten organischen Platzierung mit Schaltung von Adwords noch besser stellt, genieße ich gerne mit Vorsicht.
Hat ein wenig den faden Nachgeschmack von Studien zur Unbedenklichkeit des Rauchens, die von Philip Morris in Auftrag gegeben wurden…
Just my 2 Pfennig
Wieviel bekommst du von Google für diesen Artikel?
Ich frag mich wann und wo du demnächst um Hilfe bitten wirst, weil deine Einnahmen pfusch sind oder der PR ohne Grund herabgestuft wurde etc.
Solange Google solche Dinner wie dich hat, braucht sie sich keiner Sorgen um seiner Zukunft oder Einnahmen zu machen.
PS. Die Fakten bezüglich Branding sind schlicht falsch. Branding ist Organisch und nicht bezahlt du Dinner.
[...] Hier scheiden sich die Geister, einen interessanten Artikel dazu gibt es jedoch bei der Seokratie… [...]
@ C.T. Solche beleidigenden Anschuldigungen ohne jeden Gegenbeweis brauche ich mir nicht anhören.
Du zeigst kein Gegenbeispiel, keine gegensätzlichen Fakten sondern behauptest einfach nur mal “das ist falsch” und beschuldigst mich von Google (!!!) Geld für Artikel zu kassieren.
So sollte man nicht an Fakten herangehen. Findest du eine andere Studie, dann ändere ich meine Meinung gerne. Da du aber einfach nur in die Gegend spekulierst, nehme ich das einfach mal nicht ernst.
Ich habe mit obigen Ergebnissen schon in der Praxis ähnliche Erfahrungsberichte gehabt, sonst würde ich nicht darüber schreiben.
Wenn du denkst, dass Google mir Geld für einen Artikel gibt, dann bist du weit fern von der Realität.
@ Gretus
Aber egrade wenn jemand etwas verkaufen möchte, gilt es doch von den 21 “Werbeplätzen” auf Seite 1 bei google, mehrere zu belegen.
Wenn man im organischen Bereich Plätze belegt und zusätzlich in den Adwordsanzeigen, so erhöht sich nicht nur die “Marken”-Präsenz (Imagebranding etc.) sondern auch die Chance geklickt zu werden und so potentielle Kunden zu generieren. Solange hier der ROI stimmt ist es sicher eine äusserst sinnvolle Massnahme.
Desweiteren blockiert man eben einen Werbeplatz für die von Dir genannten Shops etc., die lediglich auf SEM setzen mit einer Anzeige zum eigenen Shop. Also man schafft hier auch eine gewisse Markteintrittsbarriere für neue Mitbewerber, da man seinen SEM-Traffic auch mittels des SEO-Trafffics “quersubventionieren” kann….
den habe ich vergessen: http://www.inside-sem.com/2007/04/102060-warum-es-ohne-seo-nicht-geht_02.html
Guter Artikel. Danke!
Die “20 + 20 = 60″ sind ein Fakt, der wahrscheinlich gar nicht so vielen Leuten bekannt ist/war.
Es gibt aber auch noch viele Leute/Firmen, die keine detaillierte Erfolgskontrolle bei der Adwords-Schaltung durchführen.
Wieso schaltest Du einen Spinner wie CT überhaupt frei? Guter Artikel, deckt sich mit unseren hausinternen Beobachtungen. Es ist auf jeden Fall ein Fehler für Firmen das SEM komplett einzustellen, nur weil man gut im organischen Index gelistet ist. Da gab es schon vor einiger Zeit eine Studie von einer großen Hotelkette, die das mal ausprobiert haben. Ich denke es war Hilton aber nagel mich nicht darauf fest. Beste Grüße!
Liebe Diskutanten,
immer schön sachlich bleiben …
Fakt ist, dass man seinen gesunden Menschenverstand nicht abschalten darf, nur weil “Gooooogle” auf einer ppt drauf steht.
Also:
(1) Google ist das Unternehmen, der von einem positiven Ergebnis seiner Studie profitiert. UND Google ist der Initiator der Studie. Da MUSS man doch zumindest skeptisch sein.
(2) Völlig neutral betrachtet kann man aus wissenschaftlicher Sicht diesen Zahlen nicht vertauen (!!), weil keinerlei detaillierte Angaben zur Statistik geliefert werden. Vor allem sind keine Streumaße an den Balkendiagrammen, so dass deren Aussagewert aus statistischer Sicht gegen Null tendieren.
Das heißt NICHT, dass ich die Zahlen und Schlussfolgerungen für falsch halte. Ich VERTRAUE den Zahlen nur nicht. Was ein großer Unterschied ist.
@Arndt ich bin überhaupt nicht skeptisch, weil ich diese Effekte mehrmals in Aktion gesehen habe – bei eigenen Kampagnen, Kundenkampagnen und ich habe bestimmt schon 5 andere Leute darüber reden hören.
Natürlich sollte man solche einer Studie (positives Ergebnis für die Firma) immer skeptisch gegenüber stehen. Aber hey was wollt ihr? Würdet ihr als Firma SELBST eine Studie herausbringen, die für euch unvorteilhaft ist??? Respekt.
In diesem Fall: Bemerkt, Gelesen, Bewiesen, Verglichen und für wahr befunden.
@Julian:
Deine Berichte und die der Anderen aus der Praxis will ich ja auch nicht anzweifeln. Aber reicht dies für einen statistisch signifikanten Beweis für die von Google getroffenen Schlussfolgerungen? Eher nicht.
Was ich an der ppt stark vermisse, dass ist ein statistischer Beleg für die Schlussfolgerungen. Schade eigentlich, denn bei einem n > 3000 kann man statistisch bestimmt eine Menge multifaktoriell auswerten und ableiten.
Warum fehlt das? Ist das bloß “handwerklich schlampig”, oder sind es (nicht dargestellte) hohe Streuungen um die Mittelwerte (sind es überhaupt Mittelwerte?, wenn ja: welche?), die die Schlussfolgerungen gar nicht rechtfertigen?
Ich finde es deshalb besonders schade, weil ich solche Folien nicht als “verkaufsfördernde Argumente” einsetzen kann. Die zerreist Dir jeder mit eine bisschen Ahnung von Statistik in der Luft.
Die ppt ohne diese Mängel hätten also auch mir mehr genutzt. Ab so …
Ein interessanter Beitrag!
Du schreibst Platz 1 erhält etwa 17% der Klicks. Ich glaube eher, etwa 17% jeder “Suchanfrage” klicken auf Platz 1, das ist ein Unterschied. Laut diesem Artikel: http://www.website-boosting.de/blog/2007-06-19/wer_klickt_wo_und_wo_geht_die_lotte_ab.html klicken nämlich rund 50% nach einer Suchanfrage gar nichts… Also rein von den Klicks gesehen, erhält Platz 1 ca.50% davon.
Ist ja nur ein Detail, ich möchte hier nicht “klugschei**ern”…
[...] Google hat eine ausführliche Studie zum Suchverhalten in Auftrag gegeben und vor kurzem veröffentlicht. Das mit solchen Studien ist immer so eine Sache und viele Ergebnisse der Studie sprechen für eine kombinierte Verwendung von SEO und SEM obwohl bereits Top-organische Positionen erreicht wurden. Interessanter Beitrag dazu bei Seokratie. [...]
Wir schalten immer Adwords, auch bei guten organischen SERP’s. Per Software regeln wir die Position der Anzeige so, dass unser Gewinn maximal wird. Und diese optimale Adwords- Position ist nie die Position 1…
Das ist mal eine Interessante Studie. LAut der Studie erhälst du zwar mehr Kunden über Adwords, aber du musst für Adwords schliesslich auch deutlich mehr zahlen als der Konkurrent der ken Adwords benutzt und nur 4% weniger Traffic erhält als du. Ob die Kaufbereitschaft nun bei den Adwordsanzeigen erhöht ist liegt sicherlich am Genre in dem man sich bewegt. Wenn ich nach Onlineshops suche gehe ich auch bei der organischen Suche davon aus das ich kaufen werden.
Info-Sites gehören auf Platz 1 – korrekt!
Hallo, ich finde Studien sollte man mit Vorsicht genießen. Die abbildung ist zwar nett anzuschauen aber ich denke diese ändert sich je nach Suchbegriff und Nutzer.
Sonsten sind die oben genannten Prozentzahlen immer vom Markt abhängig, den man bedient und können nicht pauschal angenommen werden. Ich z.B. bekomme von Platz 1 nur 9 % Klicks und suchbegriff X und unter Suchbegriff Y kommt es mal vor das es mehr sind. Adwors hingegen ist sehr teuer und auch nur anzuwenden, wenn man ein teueres Produkt anbietet.
Gruss Artur Nietsch